Wirtschaft : Pleitenrekord im fünften Jahr in Folge

Schon im November Gesamtstand von 1996 fast erreicht / Zehn Prozent mehr Fälle als im Vorjahr WIESBADEN (AFP/TSP).Die Zahl der Konkurse in Deutschland hat 1997 offenbar das fünfte Jahr in Folge einen Rekordstand erreicht.Bis November wurden von den Amtsgerichten 30 619 Pleiten registriert, davon 25 184 von Unternehmen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.Damit wurden im November bereits die Werte vom gesamten Jahr 1996 nahezu erreicht.1996 hatte es 31 471 Pleiten in Deutschland gegeben, davon allerdings 25 530 von Unternehmen.Seit 1992 stieg die Zahl der Konkurse in Deutschland beständig, zum Teil mit zweistelligen Zuwachsraten. Die Zahlen von Januar bis November 1997 entsprechen den Angaben zufolge einer Steigerung um 5,8 beziehungsweise 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.Im Osten sieht die Lage düsterer aus als im Westen.Für Januar bis November 1997 lag die Steigerungsrate der gesamten Konkurse im Westen bei 4,6 Prozent.In den neuen Bundesländern und Ost-Berlin liegt dieser Wert bei 9,3 Prozent.Die Pleitewelle in Deutschland hatte sich im März etwas abgeschwächt, war im Sommer aber wieder stärker geworden.Allein im November verzeichneten die Amtsgerichte in Deutschland mit 2745 Insolvenzen eine Steigerung um fast zehn Prozent (9,8 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat.Die Zahl der Unternehmenszusammenbrüche steigerte sich mit 2295 Fällen und 13,4 Prozent noch stärker.Der Anstieg im November entspricht den Angaben zufolge nahezu dem Monatsdurchschnitt von Januar bis November. Zugenommen hat auch die Zahl der Firmenzusammenbrüche je 10 000 umsatzsteuerpflichtiger Unternehmen.Noch 1992 waren es nur 72 Firmen, die ihre Türen für immer schließen mußen.Fünf Jahre Später war die Rate bereits auf 103 Firmen geklettert.Ein Ende der ungünstigen Entwicklung ist nicht abzusehen. Neben Unternehmenszusammenbrüchen gehen Konkurse von Privatpersonen und Nachlässe in die Statistik ein.Dabei ist es möglich, daß ein Fall doppelt gezählt wird, wenn nach dem Zusammenbruch eines Unternehmens ein mit seinem Privatvermögen haftender Gesellschafter ebenfalls zahlungsunfähig wird.Unter dem Begriff Insolvenzen faßt das Statistische Bundesamt Konkurs- und Vergleichsverfahren sowie Gesamtvollstreckungen zusammen.Inwieweit insolvente Unternehmen übernommen beziehungsweise fortgeführt wurden, läßt sich nach Angaben des Amtes statistisch nicht nachweisen.

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