Wirtschaft : Pleitewelle im Mai leicht abgeschwächt

WIESBADEN (AFP).Die seit 1992 andauernde Pleitewelle in Deutschland hat sich im Mai leicht abgeschwächt.Mit 2806 Schuldnern mußten aber immer noch 1,6 Prozent mehr den Gang zum Konkursrichter antreten als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit.Im Durchschnitt der Monate Januar bis Mai stieg die Zahl der Zusammenbrüche von Unternehmen und Privathaushalten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,8 Prozent.Einen besonders geringen Zuwachs gab es im Mai mit einem Prozent bei den Unternehmenszusammenbrüchen; ihre Zahl ging im Westen sogar etwas zurück.In Ostdeutschland war die Lage nach wie vor düsterer als im Westen.Während die Insolvenzen größerer Unternehmen nur unwesentlich zunahmen, kamen den Angaben zufolge häufiger Einzelkaufleute, Kleingewerbetreibende und Privathaushalte in Bedrängnis.

Nach der Entwicklung der ersten Monate ist auch in diesem Jahr mit einem neuen Pleitenrekord zu rechnen, nachdem die Zahl der Insolvenzen bereits in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen hat.Neben Unternehmenspleiten erfaßt die Konkursstatistik Insolvenzen der sogenannten übrigen Gemeinschuldner, worunter natürliche Personen und Nachlaßkonkurse zusammengefaßt sind.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes meldeten im Mai 2330 Unternehmen Zahlungsunfähigkeit an, was einem Zuwachs von einem Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.Von Januar bis Mai gab es in Deutschland 14 413 Insolvenzen, darunter 11 818 von Unternehmen.Die Steigerungsrate im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beträgt sowohl für die Gesamtzahl als auch den Unternehmensbereich 7,8 Prozent.In Ostdeutschland liegen die Vergleichswerte deutlich über dem Durchschnitt.Dort wurden von Januar bis Mai 4092 Insolvenzen gemeldet, 13,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.Der Anstieg bei Unternehmenszusammenbrüchen machte sogar 16,1 Prozent aus.Doch auch in Ostdeutschland schwächte sich die Pleitewelle im Mai deutlich ab.Die Gesamtzahl der Insolvenzen stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,3 Prozent und die der Unternehmenszusammenbrüche um 9,3 Prozent.

In den alten Bundesländern ging die Zahl der Unternehmenszusammenbrüche im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,6 Prozent zurück.Da viele Privatpersonen den Gang zum Konkursrichter antreten mußten, stieg die Gesamtzahl der westdeutschen Involvenzen aber um 0,1 Prozent auf 1958 an.In den ersten fünf Monaten dieses Jahres summierte sich die Zahl der Insolvenzen im Westen auf 10 321; davon waren 8150 Unternehmenszusammenbrüche.Dies entspricht im Vergleich zum vergangenen Jahr Steigerungsraten von zwischen 5,7 und 4,5 Prozent.

Im gesamten Jahr 1997 war in Deutschland der Negativrekord von 33.410 Pleiten gemeldet worden.Mit einer Zunahme der Pleiten um insgesamt 6,2 Prozent verzeichneten die Statistiker aber immerhin die niedrigste Zuwachsrate seit 1992.Seit 1992 stieg die Zahl der Konkurse in Deutschland ständig an; die Zuwachsraten waren teilweise zweistellig.

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