Wirtschaft : Pleitewelle in Deutschland vor neuem Höhepunkt Schaden wird rund 50 Milliarden Euro erreichen

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Hamburg (dpa). Die Pleitewelle in Deutschland reißt immer mehr Firmen mit sich. Nach Einschätzung der Kreditversicherung Euler Hermes werden in diesem Jahr 44000 Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter antreten, das sind nochmals gut 6000 mehr als im Rekordjahr 2002. Angesichts der stagnierenden deutschen Wirtschaft sei keine Besserung in Sicht, teilte Euler Hermes am Montag in Hamburg mit. „Wenn wir keinen Aufschwung bekommen, wird die Zahl der Insolvenzen auch im nächsten Jahr weiter steigen“, sagte der Chef der deutschen Organisation von Euler Hermes, Clemens Freiherr von Weichs.

Der Schaden durch ausgefallene Forderungen werde in diesem Jahr rund 50 Milliarden Euro betragen, nach 51,8 Milliarden Euro im Jahr davor. Damit sind die Insolvenzen für die Volkswirtschaft extrem teuer geworden. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre lagen die Ausfälle durch Insolvenzen regelmäßig bei rund 20 Milliarden Euro pro Jahr und damit noch nicht einmal halb so hoch wie heute. Verlierer sind vor allem die Banken, die Arbeitnehmer, die Finanzämter und die Sozialkassen, die auf ihren Forderungen gegen insolvente Unternehmen verzichten müssen. Meistbetroffen seien kleine Dienstleistungsunternehmen sowie die gesamte Baubranche.

In der Euler Hermes Gruppe mit Hauptsitz in Paris hat der Münchner AllianzKonzern seine Kreditversicherung und ähnliche Aktivitäten weltweit zusammengefasst. Die ehemalige Hermes Kreditversicherungs-AG ist nun eine 100-Prozent-Tochter der Euler Hermes S.A., die auch an der Pariser Börse notiert ist. Die Gesamtgruppe Euler Hermes hat einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro und 6000 Mitarbeiter in 35 Ländern.

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