Wirtschaft : Plön statt Davos

Wirtschaftselite entdeckt Holsteinische Schweiz

Dieter Hanisch

Plön - Geht es nach dem Willen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, wird man künftig Plön in einem Atemzug mit Davos nennen. Mehr als 350 Politiker, Wissenschaftler und Wirtschaftsfachleute trafen sich in der Holsteinischen Schweiz drei Tage lang zum Weltwirtschaftsforum, dem Global Economic Symposium (GES). Der Tagungsort ließ Stil erkennen: Die Damen und Herren trafen sich bis Freitag im Schloss des berühmtesten deutschen Optikers Günther Fielmann, direkt am Plöner See.

Doch es sollte mehr werden als ein gemütliches Kaffeetrinken mit Ausblick. Dennis Snower, Chef des Instituts für Weltwirtschaft und damit Gastgeber, hatte nichts Geringeres als die Lösung der Weltprobleme auf die Agenda gesetzt – Armut, Terrorismus, Finanzkrisen, Hunger, Energieversorgung, Umweltzerstörung, Klimawandel und Bildungszugang. „Es ist wichtig, dass hier einmal ungezwungen so viele Entscheidungsträger aus Entwicklungsländern und entwickelten Ländern ihre Köpfe zusammenstecken“, sagte Snower.

Bereits in zwei Monaten will das GES ein „Plöner Manifest“ veröffentlichen, das die Lösungsansätze zusammenfasst. Die Gedanken sollen dann Gremien wie dem Internationalen Währungsfonds und der EU zur Verfügung gestellt werden.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte auch die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen, zu der sich in Plön Minister europäischer Länder, viele Botschafter auch außereuropäischer Staaten, Wirtschaftsnobelpreisträger und Firmenbosse wie Telekomchef René Obermann trafen. Auch Altkanzler Helmut Schmidt war aus Hamburg angereist. Die GES-Tagungen sollen eine Dauereinrichtung werden. Die nächste ist für den 10./11. September 2009 angekündigt. Dieter Hanisch

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