Wirtschaft : Plus von über sechs Prozent auf 67 Milliarden Mark - Konzern will weiter an Rover festhalten

Der BMW-Konzern hat 1999 trotz des Absatzeinbruchs bei der britischen Rover-Tochter einen Rekordumsatz von mehr als 67 Milliarden Mark (34,4 Milliarden Euro) erzielt. Die Umsatzsteigerung von 6,6 Prozent sei im Wesentlichen durch den Absatzerfolg der Marke BMW entstanden, teilte der bayerische Automobilhersteller in einem Aktionärsbrief am Montag in München mit. Während bei Rover erheblich stärkere Belastungen entstanden seien, habe BMW erneut einen Rekordgewinn eingefahren. Die Zahlen für 1999 wird die BMW AG, München, Mitte März bekannt geben. Für das Jahr 2000 verspricht sich BMW von neuen Produkten weitere Wachstumsimpulse.

BMW-Vorstandschef Joachim Milberg bekräftigte in dem Aktionärsbrief seine bisherige Prognose für den Konzern. 1999 werde in der Summe der Geschäftsfelder "wieder das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres erreicht". 1998 war der Jahresüberschuss des Konzerns wegen der Rover-Belastungen von 1,2 Milliarden Mark auf gut 900 Millionen Mark gesunken. Der Rover-Verlust lag damals bei knapp 1,9 Milliarden Mark.

Zum Ausmaß der höheren Rover-Verluste 1999 sagte BMW noch nichts. Die Zahlen lägen noch nicht vor, hieß es. "Das Restrukturierungsprogramm bei Rover wird in aller Konsequenz fortgesetzt", kündigte Milberg in seinem Ausblick für 2000 an. Der BMW-Kurs folgte am Montag im Mittagshandel dem negativen Börsentrend und sank um 2,8 Prozent auf 24,10 Euro.

Insgesamt stagnierte der Absatz des BMW-Konzerns im vergangenen Jahr. Mit 1,18 Millionen Fahrzeugen wurden 0,6 Prozent weniger verkauft. Damit konkretisierte BMW bereits im Januar auf der Automobilshow in Detroit genannte Zahlen. Die Fertigung ging um 4,7 Prozent auf 1,15 Millionen Autos zurück.

Bei Rover Cars wurde die Produktion sogar um fast ein Drittel auf 204 000 Autos gedrosselt, während von der Marke BMW mit 756 000 Autos sieben Prozent mehr Fahrzeuge vom Band liefen. "Bei Rover haben wir keinen überhöhten Lagerbestand mehr", sagte ein BMW-Sprecher. Die Marke BMW glänzte 1999 mit einer Absatzsteigerung um 7,4 Prozent auf gut 751 000 Autos. Ursächlich waren Rekordauslieferungen der volumenstärksten 3er Reihe, die erstmals eine halbe Million überschritt. In Deutschland hat BMW im vergangenen Jahr deshalb 1200 Arbeitsplätze geschaffen. In den USA behauptete BMW seine führende Position im dortigen "Luxury-Performance"-Segment für Pkw. Das Unternehmen lieferte hier 155 000 Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Zuwachs von 18 Prozent. Damit verdreifachte BMW seine Auslieferung innerhalb des letzten Jahrzehnts in den wichtigen US-Markt.

Auch der Geländewagenmarke Land Rover gelang im vergangenen Jahr ein deutliches Absatzplus von 16 Prozent auf 178 000. Bei den Rover Cars sank der Absatz dagegen auch auf Grund von Modellumstellungen um ein Viertel auf rund 228 000 Autos. Auf dem Heimatmarkt in Großbritannien brachen die Rover-Auslieferungen sogar um rund 32 Prozent auf 102 100 Autos ein. Rover beschäftigte Dezember noch 29 900 Mitarbeiter, rund 8000 weniger als im Vorjahr. Konzernweit arbeiten fast 115 000 Mitarbeiter bei BMW.

Der Absatzrückgang bei Rover sei im vierten Quartal durch die Einführung des neuen Rover 75 gestoppt worden, erklärte BMW. Von dem Modell seien bis Jahresende weltweit 25 000 Stück abgesetzt worden. "Für das Jahr 2000 rechnen wir bei Rover mit prozentual zweistelligen Zuwachsraten", sagte ein Unternehmenssprecher.

Dazu sollen auch die überarbeiteten Mittelklasse-Modelle Rover 200 und 400 beitragen, die in Rover 25 und 45 umbenannt wurden. Sie sollen ab Frühjahr auf allen europäischen Märkten erhältlich sein. Von BMW wird ebenfalls ab Frühjahr der allradangetriebene X5 in Europa eingeführt, mit dem die Marke in das Luxus-Freizeit-Segment einsteigt. Außerdem steht das neue 3er Cabrio und der Z8-Roadster vor der breiten Markteinführung. Schließlich will BMW durch die Rückkehr in die Formel 1 sein sportliches Image aufpolieren.

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