Wirtschaft : Polen überholt Deutschland

Studie: In Westeuropa bleibt der Standort top

Frankfurt am Main - Deutschland ist aus Sicht ausländischer Manager nach wie vor der beste Standort in Westeuropa. Im weltweiten Vergleich allerdings hat er an Anziehungskraft verloren und ist seit dem vergangenen Jahr von Rang vier auf Rang sechs abgerutscht. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Ernst&Young hervor, die am Donnerstag in Frankfurt vorgestellt wurde.

Demnach bezeichnen nur noch zehn Prozent der rund 830 befragten Manager Deutschland als einen der drei Top-Standorte weltweit, vor einem Jahr waren es noch 18 Prozent. Russland und Polen gelten mittlerweile als attraktiver und haben Deutschland überholt.

Nach wie vor an der Spitze der Rangliste der Top-Standorte steht China vor Indien. 47 Prozent der Manager halten China für den besten Standort, 30 Prozent Indien. „Diese Länder bieten das, was Investoren suchen: große unerschlossene Märkte und damit erhebliches Wachstumspotenzial“, sagte Peter Englisch, Partner bei Ernst&Young. „Da können etablierte große Industrieländer nicht mithalten.“

Russland rangiert auf Platz drei vor den USA, die vor allem wegen der Finanzkrise an Attraktivität verloren haben. Während vor Jahresfrist ein Drittel der Manager die USA als Top-Standort einstufte, waren es jetzt nur noch 18 Prozent.

Trotz des Rückfalls läuft Deutschland anderen europäischen Wirtschaftsnationen wie Großbritannien, Frankreich oder Italien weiter den Rang ab. Als Vorzüge gelten nach wie vor die Qualität der Verkehrswege und des Telekommunikationsnetzes und die gute Ausbildung der Beschäftigten, sagte Englisch. Auch die Innovationsfähigkeit Deutschlands wird ausdrücklich gelobt. In der Weltrangliste der innovativsten Länder steht Deutschland hinter den USA und China auf Platz drei vor Japan und Indien.

Seine gute Position kann Deutschland nach Ansicht von Englisch aber nur halten, wenn massiv in Bildung und Ausbildung investiert wird. „Wir können nicht billiger sein als Osteuropäer oder Chinesen, aber wir können besser sein.“ ro

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