Wirtschaft : Polen verliert als Investitionsstandort an Attraktivität

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Deutsche Unternehmen halten sich mit Investitionen in Polen zurück. In diesem Jahr wurden nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bislang 1,6 Milliarden Mark investiert. Demgegenüber waren es im vergangenen Jahr 2,6 Milliarden Mark und 1999 noch 4,3 Milliarden Mark. Zudem hätten sich die deutschen Exporte zwischen 1993 und 2000 von zehn auf 30 Milliarden Mark erhöht, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Dienstag vor der Presse. Die aktuelle Zurückhaltung führte Wansleben auf mangelhafte Rechtssicherheit und Funktionstüchtigkeit von Verwaltungen zurück. Explizit erwähnte er, dass in Polen alle Dokumente und Papiere auf polnisch ausgefüllt werden müssten und jeder Grundstückserwerb durch Ausländer durch das polnische Innenministerium genehmigt werden müsse. Außerdem hält die unzureichende Infrastruktur zahlreiche Investoren von Engagements in Polen ab. Dabei könnten gerade ausländische Unternehmen hier sinnvoll investieren. Probleme, so Wansleben, würden vor allem in den Grenzregionen auftreten.

Der Präsident der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer (IHK), Jan Kulczyk, appellierte an die Verantwortlichen, das Projekt Europa nicht zu sehr in technische Fragen zu verwickeln. "Wir sollten nicht erlauben, dass Europa zu einer Einheit der Vorschriften wird." Im Vorfeld der geplanten EU-Osterweiterung hätte Polen bereits in Form höherer Direktinvestitionen und dem damit verbundenen Know-How und Technologie-Transfer profitiert. Die Deutsch-Polnische IHK wurde erst 1995 gegründet und zählt heute bereits 700 Mitglieder. Sie gilt als Motor in den deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen.

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