Wirtschaft : Policen fürs Auto werden noch billiger

Preiskampf macht Versicherern Probleme

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Berlin - Was die Verbraucher freut, setzt den Versicherern zu: Der harte Preiskampf, sinkende Prämieneinnahmen, aber auch höhere Schäden werden den deutschen Schaden- und Unfallversicherern in diesem Jahr einen Gewinneinbruch bescheren. Die Branche, die im vergangenen Jahr noch einen versicherungstechnischen Gewinn von rund 4,4 Milliarden Euro verzeichnet hatte, wird in diesem Jahr voraussichtlich 1,1 Milliarden Euro weniger verdienen, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag in Berlin mit. „Die Zahlen des ersten Quartals deuten auf einen starken Rückgang der Beitragseinnahmen auf breiter Front hin“, sagte Edmund Schwake, Vorsitzender des GDV-Hauptausschusses Schaden.

Zu den größten Sorgenkindern der Branche zählt die Autoversicherung. Bei Kasko- und Haftpflichtpolicen liefern sich die Anbieter derzeit einen erbitterten Preiskampf, das hat Auswirkungen auf die Prämieneinnahmen. Nachdem die Versicherer schon im vergangenen Jahr 2,3 Prozent weniger eingenommen haben, hält Schwake für 2006 einen weiteren Rückgang um fünf Prozent für möglich. Der Gewinn im Versicherungsgeschäft (2005: 700 bis 800 Millionen Euro) werde sich auf null reduzieren. Dagegen schnitt die Rechtsschutzversicherung schon im vergangenen Jahr – als einzige Sparte – wegen der gestiegenen Rechtsanwaltsgebühren mit Verlust ab.

Auch das politische Umfeld macht dem GDV zu schaffen. Bei der geplanten Reform des Versicherungsvertragsgesetzes fordert der Verband Korrekturen und warnt vor einer wachsenden Bürokratisierung. Auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz lehnt der GDV ab. Die Versicherer müssten weiterhin ihre Policen nach dem versicherungsmathematischen Risiko des Versicherten kalkulieren können. Ein Dorn im Auge ist dem Verband auch die Erhöhung der Versicherungssteuer, die im nächsten Jahr von 16 auf 19 Prozent steigt. Da die Versicherer die Mehrwertsteuer auf Schadenzahlungen nicht als Vorsteuer abziehen dürfen, werde die Branche um ein Vielfaches intensiver belastet, so Schwake. hej

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