Wirtschaft : Politik billigt höhere EZB-Reserven

Um den Kurs des Euro zu beeinflussen, kann die Europäische Zentralbank (EZB) am internationalen Devisenmarkt intervenieren. Das heißt, die EZB verkauft beziehungsweise kauft Euro gegen eine andere Währung. Konkret wird darüber nachgedacht, aus den Reservebeständen der EZB US-Dollar gegen Euro zu verkaufen, um den Außenwert zu stabilisieren. Im Allgemeinen sind die Wirkungen von Devisenmarktinterventionen größer, wenn die Notenbank nicht im Alleingang, sondern in Abstimmung mit anderen Notenbanken - das heißt konzertiert - in Erscheinung tritt. Diverse Untersuchungen über die Erfolge von derartigen Interventioen konnten bislang aber nur - wenn überhaupt - einen kurzfristigen Erfolg belegen. Im Vergleich zu den elf nationalen Notenbanken im europäischen Währungsraum verfügt die EZB nicht über den größten Bestand an Devisenreserven. Während der Gesamtbestand für den Euro-Raum mit zuletzt - Bezugsgröße ist der vergangene Februar - 378 Milliarden Euro zu veranschlagen ist, verfügt die EZB selbst über rund 48 Milliarden Euro an eigenen Reserven. Bereits bevor der Euro immer deutlicher gegenüber dem US-Dollar an Boden verlor, wurde in Erwägung gezogen, die Reserven der EZB zu erhöhen. Dabei nahm man stets auf den Anfangsbestand Bezug. Zum Start der Währungsunion, Anfang 1999, wies die EZB 39,5 Milliarden Euro an Währungsreserven auf. Die Startreserven setzten sich zu 15 Prozent aus Gold und zu 85 Prozent auf Devisen (Dollar und Yen) zusammen. Seit Anfang 1999 erhöhten sich die Währungsreserven durch Neubewertungen, aber auch durch Anlageerträge. Im Vertrag von Maastricht wurden der EZB theoretisch 50 Milliarden Euro zugestanden, wobei auch die Option vorgesehen war, nach Bedarf einen gleich hohen Betrag nachzufordern. Weil nur vier der 15-EU-Staaten Mitglied der Währungsunion wurden, wurde der EZB Anfang 1999 zunächst nur knapp 79 Prozent der 50 Milliarden Euro - das waren 39,46 Milliarden Euro - zugebilligt. Seit geraumer Zeit stand zur Diskussion die Währungsreserven auf zu verdoppeln. Einer entsprechenden Empfehlung der Notenbank haben die elf Finanzminister der Währungsunion am Montag entsprochen. mo

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