Wirtschaft : Politik und Geschäfte

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Hu Jintao hat endlich seine 60 Minuten mit George W. Bush bekommen. Nachdem der Hurrikan „Katrina“ Chinas Staatspräsidenten um ein Treffen gebracht hatte, kam es jetzt zu einer Begegnung vor der UnoVollversammlung in New York, die Hu Schlagzeilen und Berichterstattung in Chinas Fernsehen brachte.

Der Generalsekretär der kommunistischen Partei Chinas versprach, den Handelsüberschuss zu reduzieren, er sagte aber nicht, wie er Iran und Nordkorea bewegen wolle, ihre Atomprogramme aufzugeben. Dabei sollte es eigentlich andersherum sein: Denn Hu hat kaum Einfluss auf den chinesisch-amerikanischen Handel, er könnte aber Nordkorea zur Räson bringen und Teheran unter Druck setzen.

Was Hu in Bezug auf den Handel tun könnte, wäre, sich ernsthaft mit dem ausufernden Diebstahl von geistigem Eigentum in seinem Land zu befassen – was er auch ankündigte zu tun. Darüber hinaus wäre es aber vor allem gut, den Handel zu entpolitisieren. Chinesische Produkte wie Kleidung, Spielzeug und elektronische Geräte verkaufen sich gut, weil sie billig sind. Daran gewinnen beide Seiten, Chinesen wie Amerikaner. Verträumte Geschäftsleute denken an China als eine 1,3 Milliarden starke Kundengruppe und vergessen dabei, dass mehr als 60 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten.

All das konnte Hu mit Bush in einer Stunde natürlich nicht detailliert besprechen. Nachdem ein langer Besuch auf Bushs Ranch nicht zustande kam, weil Hu das Weiße Haus wollte und „Katrina“ auch dieses Treffen verhinderte, kann man jetzt nur auf Bushs Besuch in China hoffen, der für dieses Jahr geplant ist und Zeit zum Reden gibt.

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