Wirtschaft : Politik unterschätzt das Internet IBM-Studie: Deutsche holen international auf

Düsseldorf - Deutschland macht Fortschritte auf dem Weg ins Internet-Zeitalter, wird aber durch die Politik gebremst. Zu diesem Ergebnis kommt die jährliche E-Readiness-Studie von IBM, die dem „Handelsblatt“ vorliegt. Die Unternehmensberatungssparte des Konzerns hat für die Untersuchung die 70 größten Volkswirtschaften der Welt anhand von rund 100 Einzelkriterien bewertet. Das stärkste Gewicht haben dabei die Verbreitung von Web-Technologien unter den Verbrauchern und die technische Infrastruktur eines Landes. Die Studie stößt gerade in der Politik auf Interesse, weil sie als einzige in ihrer Bewertung technische Grundlagen und rechtliche Rahmenbedingungen verbindet.

Deutschland belegt in diesem Jahr weltweit Rang 14 und ist damit um fünf Plätze aufgestiegen. Im europäischen Vergleich sprang wie 2007 der neunte Platz heraus. Den Spitzenplatz belegten diesmal die USA, gefolgt von Hongkong, Schweden und Australien. Der letztjährige Sieger Dänemark fiel auf Rang fünf zurück. Insgesamt registriert die Studie einen Rückgang bei der Web-Akzeptanz in Unternehmen und Bevölkerung sowie Stagnation beim Online-Zugang.

Deutschland verdankt seinen Aufstieg vor allem zwei Kriterien: der weiten Verbreitung von Breitbandanschlüssen, die schnelle Internetverbindungen erlauben, sowie einer steigenden Internet-Akzeptanz in der Bevölkerung.

Dagegen stehe die Politik dem Internet noch nicht so aufgeschlossen gegenüber, wie sie sollte, sagt Thorsten Gorchs, der bei IBM für die öffentlichen Auftraggeber zuständig ist. Auch bei den rechtlichen Rahmenbedingungen gebe es noch Nachholbedarf. Trotzdem zeige die Studie, „dass Deutschland auf dem richtigen Weg ist“. thk (HB)

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