Politiker auf der Ifa : Technik im Dienste des Wahlkampfs

Es ist die größte Ifa, die es je gab. Da wollen sich natürlich auch die Politiker sehen lassen. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler Rösler und Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit eröffneten die Ausstellung – auch Künast hätte gern gegrüßt.

von
Philipp Rösler lernt die angenehmen Seiten des Ministerdaseins kennen.
Philipp Rösler lernt die angenehmen Seiten des Ministerdaseins kennen.Foto: dpa

In einem sind sich Klaus Wowereit und Renate Künast einig: Es muss nicht immer die allerneuste Technik sein. Für Spielereien sei er nicht zu haben, „aber Sachen, die Sinn machen, da gehe ich gerne mit“, sagt der Regierende Bürgermeister. Dann geht er über den roten Teppich, um sein Grußwort bei der Eröffnungsgala der Internationalen Funkausstellung (Ifa) zu halten. Grünen-Spitzenkandidatin Künast hatte zuvor zugegeben, dass sie sich bei neuen Geräten gern Unterstützung holt. „Wenn ich die Wahl habe, lasse ich mir das lieber in zehn Minuten erklären, als es selbst in einer halben Stunde herauszufinden“, sagt sie den Reportern vor der Tür. „Zeit ist Geld.“

Es ist die größte Ifa, die es je gab. Mit 1441 Ausstellern auf gut 140.000 Quadratmetern. Die Anbieter von Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten hoffen auf ein gutes Geschäft, denn das wichtige Weihnachtsquartal steht bevor. Die Eröffnungsrede im Palais am Funkturm hält Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Ein Leben ohne moderne Kommunikationsmittel kann er sich nicht mehr vorstellen. Für die Wahlkämpfer Wowereit und Künast hat er einen guten Rat: Man müsse das Handy auch einmal ausschalten können. „Der Wahlkampf ist aber eine ungünstige Zeit dafür“, fügt der Minister noch an.

Rösler hebt hervor, dass es auf der Ifa auch um handfeste ökonomische Interessen geht. Er führt eine Studie von McKinsey an, nach der 25 Prozent des Wirtschaftswachstums zwischen 2004 und 2009 auf die Nutzung des Internets zurückgingen. Allerdings brauche auch die digitale Welt Regeln und dürfe nicht zum rechtsfreien Raum werden. Diese Regeln müssten aber nicht nur vernünftig sein, sondern auch internationalen Standards entsprechen, sagt er. So schaue sich die Bundesregierung den EU-Vorstoß zum Verbot von Cookies genau an. Cookies sind Dateien, die Informationen auf dem Rechner von Internetnutzern speichern und von Unternehmen gelesen werden können. Als Herausforderin darf Künast nicht auf die Bühne. Grundsätzlich sei sie aber zu Grußworten bereit: „Grüne Woche oder Ifa“, sagt sie zu den Reportern am Eingang, „das mache ich alles.“

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben