Wirtschaft : Porsche baut den Panamera in Deutschland

Bei der Standortwahl läuft es wahrscheinlich auf Leipzig hinaus / Entscheidung in dieser Woche

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Stuttgart - Der Autobauer Porsche wird seine neue viersitzige und viertürige Sportlimousine mit dem Namen „Panamera“ in Deutschland fertigen. „Alles andere wäre eine Überraschung“, sagte ein hochrangiger Porsche-Manager dem Handelsblatt. Was den genauen Standort betrifft, wird es aller Voraussicht nach auf Leipzig hinauslaufen. So liebäugelte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking bereits mit Leipzig für die Montage. Auch Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück hat stets auf die komplette Montage im Leipziger Porschewerk gepocht. „Ich bin nicht angetreten um zu verlieren“, sagte Hück dem Handelsblatt. Der Vorstand selbst hält sich zwar noch bedeckt, er wird aber wohl in dieser Woche eine Entscheidung bekannt geben.

Bislang schrauben in der sächsischen Metropole die Beschäftigten nur in der Endmontage weitgehend vorproduzierte Aggregate mit der im VW-Werk in Bratislava zusammengeschweißten und lackierten Karosserie des Geländewagens Cayenne zusammen. In Leipzig plant der Betriebsrat am kommenden Donnerstag eine Betriebsversammlung. Beobachtern zufolge gäbe es diese wohl kaum, wenn Leipzig den Standortwettbewerb verloren hätte.

Ein Vollwerk wird Leipzig dennoch nicht werden. „Ich favorisiere aus Kostengründen die Zulieferung der lackierten Rohkarosserie“, sagte Porsche-Produktionsvorstand Michael Macht dem Handelsblatt am Rande einer Fahrvorstellung. Das heißt nicht weniger, als dass Leipzig keine Lackieranlage bekommt. Eine Investition in dreistelliger Millionenhöhe rechnet sich in der Regel erst bei einem Vollwerk.

Vieles deutet deshalb darauf hin, dass der VW-Konzern mit seinen Überkapazitäten Partner für den „Panamera“ wird. Als Favorit gilt das VW-Werk in Hannover. Das Werk gilt als besonders flexibel und kann kostengünstig kleine Serien fertigen. Porsche spart im Gegenzug hunderte Millionen Euro für Investitionen in Rohbau und Lackiererei. Es wäre das erste gemeinsame Projekt seit dem Einstieg von Porsche bei VW. Die Zuffenhausener hatten sich im vergangenen September für 3,5 Milliarden Euro an VW beteiligt. mwb/HB

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