Wirtschaft : Porsche baut den Panamera in Leipzig

VW liefert Rohkarosse für das viertürige Coupé

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Frankfurt am Main - Porsche wird sein viertüriges Sportcoupé Panamera in Zusammenarbeit mit dem VW-Konzern bauen. Nach Informationen aus Branchenkreisen wird Porsche-Chef Wendelin Wiedeking neben seiner Entscheidung für das Werk Leipzig als Montagewerk am heutigen Freitag auch die Wolfsburger als wichtigsten Zulieferer für den Viersitzer benennen. Offiziell wollten sich beide Unternehmen am Donnerstag nicht äußern. Analysten zeigen sich von der Entscheidung nicht überrascht, schließlich hatte der Porsche-Chef beim VW-Einstieg im Herbst jährliche Synergien in Millionenhöhe angekündigt.

Der Panamera wird damit das erste gemeinsame Projekt nach dem Einstieg von Porsche als VW-Großaktionär. VW wird in seinem Nutzfahrzeugwerk in Hannover die Karosserie des neuen Porsche- Modells bauen und auch lackieren. Neben VW hatte sich um den Auftrag unter anderen auch der Zulieferer Magna- Steyr beworben. Porsche schafft mit dem Schritt mehrere Hundert neue Arbeitsplätze in Leipzig und sichert etwa weitere 500 Jobs bei VW im Nutzfahrzeug- Werk in Hannover.

Für VW ist das ein kleiner Schritt im Bemühen um die Restrukturierung der westdeutschen Produktionsstätten. VW-Chef Bernd Pischetsrieder hat bereits angekündigt, dass von der Restrukturierung etwa 20 000 Stellen in Deutschland betroffen sind. Analysten gehen sogar davon aus, dass jede dritte der 100 000 Stellen in Westdeutschland betroffen sein könnte.

Ein Teil des Stellenabbaus soll auch auf den Standort Hannover mit insgesamt 15 000 Beschäftigten entfallen. Die Vereinbarung mit Porsche bietet zumindest einem Teil der Beschäftigten eine neue Perspektive. VW kann damit Investitionen in ein Presswerk und die Lackiererei nutzen, die der Konzern für das später gestoppte Projekt eines Retro-Vans im Stil des alten VW-Busses getätigt hatte. hof/hz/HB

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