Wirtschaft : Porsche baut mehr Autos als jemals zuvor Autobauer peilt 80000 Stück für dieses Jahr an

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Berlin Porsche bleibt auf Wachstumskurs, scheint aber beim Gewinn an Grenzen zu stoßen. Kurz vor Ende des Geschäftsjahres drückt sich der Sportwagenhersteller um eine Ergebnisprognose herum. Während für Absatz und Umsatz neue Rekordwerte genannt werden, heißt es zum Thema Gewinn, „das Unternehmen erwartet ein erneut hohes Ertragsniveau“. Im vergangenen Jahr lag das Ergebnis bei 1,1 Milliarden Euro; damals hatte Porsche zum zehnten Mal in Folge den Gewinn steigern können und seine Position als profitabelster Autohersteller der Welt gefestigt.

Auf die aktuellsten Zahlen reagierte die Börse am Freitag verstimmt. Die Porsche-Aktie rutschte um knapp zwei Prozent auf 609 Euro ab; am Vortag hatte sie noch mit zeitweise 639 Euro ein Allzeithoch erreicht.

In den ersten zehn Monaten des laufenden Geschäftsjahres, das bei Porsche mit dem Juli endet, verkaufte das Unternehmen knapp 70000 Autos und damit 13,3 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 5,4 Prozent auf 5,34 Milliarden Euro; zum Ergebnis wird mitgeteilt, es sei „einmal mehr gut ausgefallen“. Den positiven Trend verdanken die Stuttgarter vor allem den Sportwagen, während der Geländewagen Cayenne ein wenig schwächelte. Zwar ist der Cayenne mit knapp 34000 verkauften Einheiten nach wie vor die beliebteste Baureihe von Porsche. Doch der Absatz stieg in den letzten zehn Monaten nur um 6,6 Prozent, während die 911er-Baureihe 21 Prozent (auf knapp 23000 Sportwagen) und die Boxster-Reihe um 16 Prozent (auf 12166) deutlich stärker gefragt waren. Porsche erklärt das Abschneiden des Cayenne mit Versorgungsengpässen in den USA; Änderungen an einem Gurtsystem für Kindersitze ließen den Nachschub so stocken, dass der Absatz in Nordamerika um fast zehn Prozent auf rund 13000 Cayenne zurückging. Häufig verkauft wird der bullige Geländewagen derzeit in Spanien, Italien und den Scheichtümern des Mittleren Ostens, wo der Cayenne-Absatz jeweils um rund 30 Prozent zulegte.

Alles in allem erwartet Porsche in diesem Jahr erstmals einen Absatz von mehr als 80000 Autos. Für den Herbst kündigt das Unternehmen neue Allradvarianten für den 911 und das geschlossene Coupé Cayman an. Noch im Sommer wird die Entscheidung über eine vierte Baureihe fallen, die 2009 auf den Markt kommen könnte. Der überragende Erfolg der dritten Baureihe (Cayenne) wird Porsche-Chef Wendelin Wiedeking den Schritt zu einer weiteren Baureihe erleichtern. Was genau für ein Auto das sein wird, weiß bislang nur ein kleiner Kreis um Wiedeking. Spekuliert wird über ein viersitziges Coupé und über eine Mischung aus Van und Limousine, ähnlich der neuen R-Klasse von Mercedes-Benz. Wenn es einen neuen Porsche geben sollte, so wird der mit großer Wahrscheinlichkeit im Leipziger Werk gebaut, wo derzeit auch die letzten Handgriffe am Cayenne erfolgen; zum größten Teil wird der Cayenne in der Slowakei produziert. alf

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