Wirtschaft : Porsche befürchtet Kapazitäts-Engpässe - Unverändert starke Nachfrage

Der Sportwagenhersteller Porsche AG spürt eine unverändert starke Nachfrage nach seinen Produkten. Firmenchef Wendelin Wiedeking sagte im Vorfeld des Autosalons in Genf am Dienstag, sein Unternehmen verbuche weltweit einen Auftragseingang, wie er nicht erwartet worden sei. Im Mittelpunkt der Porsche-Präsentation in Genf steht der 420 PS starke neue 911 Turbo, der im Sommer auf den Markt kommen soll. Auch in Deutschland sei die Nachfrage nach Porsche-Sportwagen hervorragend. "Die Auftragslage spricht für ein riesiges Problem mit unserer Kapazität", sagte Wiedeking zum erwarteten Absatz für den 911 Turbo. Von dem neuen Spitzenmodell will Porsche noch im laufenden Kalenderjahr rund 2000 Stück verkaufen.

Wiedeking bekräftigte die Prognose, wonach der Gewinn im laufenden Geschäftsjahr 1999/2000 (zum 31. Juli) trotz der hohen Investitionen für das gemeinsam mit VW geplante Geländewagenmodell zumindest das Vorjahresniveau von 373,3 Millionen Mark erreichen werde. Der Absatz solle auf mehr als 46 000 (Vorjahr 43 982) Fahrzeuge zunehmen.

In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres steigerte Porsche nach nun vorgelegten endgültigen Zahlen den Gewinn vor Steuern um 15,1 Prozent auf 228,9 Millionen Mark, der Umsatz wuchs um 14 Prozent auf 2,9 Milliarden Mark. Der Absatz in den ersten sechs Monaten legte um 12,4 Prozent auf gut 21 100 Einheiten zu. In Nordamerika, dem wichtigsten Markt, wurden knapp 10 700 Porsche abgesetzt, 26 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 7,8 Prozent auf 9040. Der Stuttgarter Konzern hatte die Halbjahresergebnisse bereits Anfang Februar als vorläufige Zahlen veröffentlicht.

Der Sportwagenhersteller prüft nun, ob er an der Internet-Allianz der Konkurrenten General Motors, DaimlerChrysler und Ford teilnehmen wird. "Wir schauen uns das erst mal an", sagte Wiedeking. Deutsche Autohersteller arbeiteten zusammen mit dem Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) ebenfalls an Standards für die Geschäftsbeziehungen im Internet, sagte der Porsche-Chef.

Die drei größten Automobilhersteller der Welt hatten am vergangenen Wochenende angekündigt, ein Unternehmen für den elektronischen Handel, den so genannten E-Commerce, zu gründen. Auf diese Weise wollen die Unternehmen vor allem beim Einkauf von Bauteilen Kosten sparen. Es soll der größte virtuelle Marktplatz der Welt sein und die Standards für die Branche setzen.

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