Wirtschaft : Porsche boomt in USA

Zulieferteile wegen unerwartet starker Nachfrage knapp

DETROIT (rtr/dpa). Beim Sportwagenhersteller Porsche AG sind angesichts der starken Nachfrage weiterhin bestimmte Zulieferteile knapp.Firmenchef Wendelin Wiedeking am Dienstag auf der Autoschau in Detroit, die Zahl der verfügbaren Autoteile bestimme derzeit das Absatzvolumen.Porsche werde aber im Geschäftsjahr 1997/98 (zum 31.Juli) die vorausgesagte Verkaufszahl von mindestens 38 000 Fahrzeugen erreichen.Sobald sich die Situation bei den Zulieferteilen entspanne, sei auch eine höhere Produktion möglich. Wiedeking sagte weiter, im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen sei die Produktionskapazität nicht mehr erweiterbar.Wenn die Fertigung weiter wachsen solle, werde dies durch eine höhere Produktion beim finnischen Autohersteller Valmet geschehen.Dort läßt Porsche seit vergangenem Herbst zusätzlich zur Produktion in Zuffenhausen das Cabriomodell Boxster montieren.Zunächst ist die Fertigung von jährlich mindestens 5000 Fahrzeugen in Finnland geplant.Falls die Fertigung dort gesteigert wird, könnte Porsche im Stammwerk entsprechend weniger Boxster und mehr Fahrzeuge der Baureihe 911 fertigen. 1996/97 hatte Porsche 32 383 Autos verkauft, 68 Prozent mehr als im Vorjahr.Wiedeking sagte, der extreme Wachstumskurs sei nicht geplant gewesen.Wenn daher Porsche einen höheren Bedarf an Teilen habe, müsse man den Zulieferern Zeit geben, um sich daran anzupassen. Auf der Autoschau in Detroit zeigte Porsche sein neues 911-Modell.Das in Deutschland bereits verkaufte Fahrzeug soll in den USA im April auf den Markt kommen.Auch mit der alten 911-Reihe und dem Boxster steigerte Porsche 1997 den Absatz in Nordamerika kräftig.Nach Angaben des Unternehmens wurden dort rund 13 700 Porsche-Autos verkauft, 87 Prozent mehr als im Jahr zuvor.Damit erreicht der US-Anteil am Porsche-Gesamtabsatz die 50 Prozent-Grenze. Bisher verkaufte Porsche rund 40 Prozent seiner Fertigung in Nordamerika. Wiedeking sagte, derzeit gebe es in den USA einen Auftragsbestand für Porsche-Fahrzeuge, der für mehr als ein Jahr ausreiche.Auch die Nachfrage nach dem neuen 911 sei immens.Die Vertriebstochter Porsche Cars North America würde am liebsten im laufenden Jahr 19 000 bis 20 000 Fahrzeuge verkaufen."Wir wissen, daß der Markt da ist", sagte Wiedeking.Er könne diese Stückzahl aber nicht zusagen.Der Absatz in Nordamerika solle aber in Zukunft auf jeden Fall weiter zunehmen.

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