Wirtschaft : Porsche-Chef bekräftigt Gewinn-Erwartung

ms

Leipzig (ms). Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat am Freitag in Leipzig die Prognosen seines Unternehmens für Wachstum von Umsatz und Gewinn im gerade begonnenen Geschäftsjahr bekräftigt. Danach sollte Porsche auch im kommenden Jahr einen Gewinn über der Milliardengrenze machen können. Bei dem Richtfest für das neue Kundenzentrum des Unternehmens sagte Wiedeking auch, dass in Leipzig mehr investiert werde als ursprünglich geplant. "Wir sind ursprünglich vor gut zwei Jahren nach Leipzig gekommen, um hier 100 Millionen Mark zu investieren und 250 Arbeitsplätze zu schaffen", sagte er. Inzwischen seien jedoch bereits 250 Millionen Mark bewilligt, und Porsche plane 300 neue Arbeitsplätze.

Das Unternehmen baut in Leipzig neben einem neuen Montagewerk für Porsches ersten Geländewagen ein Veranstaltungs- und Vergnügungszentrum, in dem Porsche-Fans zum Beispiel Fahrtraining absolvieren können. Porsche erhofft sich von dem Geländewagen Cayenne, der in Leipzig gebaut wird, einen weiteren Schub für das Unternehmen: Inzwischen sei man sich sehr sicher, dass die angepeilte Kapazität von 25 000 Stück im Jahr wahrscheinlich noch übertroffen werde, sagte Wiedeking. Die erste Präsentation vor dem internationalen Händlernetz sei "außerordentlich euphorisch verlaufen", sagte Wiedeking.

Das Unternehmen war im Herbst von der Deutschen Börse aus dem zweitwichtigsten Aktienindex MDax geworfen worden, weil sich Vorstandschef Wiedeking weigert, die von der Börse geforderten regelmäßigen Quartalsberichte vorzulegen. Dennoch wird Porsche regelmäßig für seine gute Informationspolitik den Aktionären gegenüber ausgezeichnet. Erstmals hatte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr mehr als eine Milliarde Mark Gewinn vor Steuern gemacht. Auch für dieses Jahr hatte Porsche einen optimistischen Ausblick gegeben, da das Unternehmen von der konjunkturellen Abschwächung kaum betroffen sei.

Die gegenwärtige Verunsicherung auf seinem Hauptmarkt USA treffe Porsche noch nicht, selbst in der vergangenen Woche habe man allein in New York elf Fahrzeuge verkauft, sagte Wiedeking. Trotz der hohen Entwicklungskosten für den Cayenne bleibe er daher bei seiner Prognose. Die leicht rückläufigen Verkaufszahlen schon im August hatte Porsche immer auf den Modellwechsel bei dem Klassiker Porsche 911 und nicht auf die Abschwächung des Wachstums in Europa und den USA zurück geführt.

Weitere Pläne in Leipzig

Von diesen optimistischen Erwartungen soll nun auch Leipzig profitieren. Inzwischen ist neben der Fertigungshalle die neue Einfahr- und Vorfahrstrecke mit Asphaltkurven auf künstlichen Hügeln schon in den Konturen fertig, auch der neue Bahnhof, auf dem gleichzeitig zwei 750 Meter lange Züge entladen werden können, die hier täglich aus Bratislava und Zuffenhausen die Rohkarossen und Motoren anliefern. Im neuen Kundenzentrum werden jährlich zunächst etwa 30 000 Gäste vor allem aus Übersee erwartet, die hier ihre Fahrzeuge abholen und dafür ein komplettes Tourismus-Erlebnispaket erhalten. Dazu gehört ein Eventzentrum für bis zu 500 Personen, aber auch eine Riege von Fahrtrainern. Inzwischen habe Porsche bereits neue Pläne für das noch rund zur Hälfte freie Areal. "Wir haben bereits Bauvoranfragen an die Stadt gestellt, auch weil wir künftige Projekte mit etwas mehr Ruhe angehen wollen", sagte Wiedeking.

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