Wirtschaft : „Porsche ist ein Pionier bei Ökoautos“

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Mit einem CO2-Ausstoß von 290 Gramm lag Porsche 2006 europaweit vorn. Wie geht das Unternehmen mit der Legitimationskrise solcher Autos um?

Was heißt hier vorn? Das trifft doch nur zu, wenn man uns mit Vollsortimentern vergleicht, die neben Oberklassefahrzeugen auch Kleinwagen anbieten. Wenn Sie unsere Flotte mit der anderer Sportwagenhersteller vergleichen, haben wir erheblich bessere Abgaswerte. Im Übrigen lässt sich an den Absatzzahlen keine Legitimationskrise von Sportwagen erkennen. Solange es für diese faszinierenden Fahrzeuge eine Nachfrage gibt, werden sie auch gebaut.

Ist es nicht plausibel, Autos mit hohem CO2-Ausstoß stärker zu belasten?

Durch die hohe Besteuerung des Kraftstoffs bezahlt doch heute schon jeder Autofahrer de facto eine Sondersteuer, entsprechend seiner gefahrenen Kilometer und seines Verbrauchs.

Was spricht gegen einen Porsche mit weniger PS und weniger Verbrauch?

Ein Sportwagenhersteller, der das Ziel aufgibt, die schnellsten und besten Fahrzeuge zu entwickeln, wird vom Markt verschwinden. Außerdem sind unsere Fahrzeuge komfortabler und erheblich sicherer geworden. Diese Maßnahmen führen aber zu einem höheren Gewicht, und entsprechend haben wir die Motorleistung angehoben, um weiter ein sportliches Fahren zu garantieren.

Ist nicht auch für Porsche das Thema Umweltschutz relevant für das Image?

Unbedingt. Porsche gehört zu den Pionieren beim Bau umweltverträglicher Autos. 1966 haben wir als erster europäischer Hersteller Abgastests durchgeführt. Andererseits ist es nicht fair, wenn allein das Auto für den Klimawandel verantwortlich gemacht wird. In Deutschland werden 43 Prozent der CO2-Emissionen durch Kraftwerke verursacht, 14 Prozent durch die Haushalte und zwölf Prozent durch Pkw. Es hilft dem Klima nichts, wenn wir das Auto abschaffen, während in China jede Woche ein neues Kohlekraftwerk den Betrieb aufnimmt.

Wolfgang Dürheimer

ist im Vorstand der

Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG für den

Bereich Forschung und Entwicklung zuständig. Das Gespräch mit ihm führte Alfons Frese.

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