Wirtschaft : Porsche peilt wieder Rekordergebnis an

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Rom/Berlin (dpa/Tsp). Der Sportwagenhersteller Porsche ist weiterhin gut unterwegs. Kurz vor Ende des Geschäftsjahres 2001/2002 am 31. Juli geht der Stuttgarter Autobauer offensichtlich von einem sehr guten Gewinn aus. „Mit dem Ergebnis, was sich abzeichnet, sind wir mehr als zufrieden“, sagte Vorstandschef Wendelin Wiedeking am Sonntagabend bei einer Fahrzeugpräsentation in Rom. Nähere Einzelheiten wollte er nicht nennen, betonte aber: „Unser Ziel, einen Umsatz und ein Vorsteuerergebnis zumindest auf Vorjahreshöhe ausweisen zu können, werden wir auf jeden Fall erreichen. Wenn ich mindestens sage, meine ich mindestens,“ ergänzte Wiedeking. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Porsche mit 4,4 Milliarden Euro Umsatz und 592,4 Millionen Vorsteuergewinn Rekordzahlen vorgelegt. Sowohl BMW als auch Mercedes-Benz gaben am Montag die Verkaufszahlen für die ersten fünf Monate bekannt. Während die Marke BMW die Zahl der Auslieferungen um 5,4 Prozent auf 390000 Einheiten steigert, verkaufte Mercedes Benz bis Mai mit 463000 Fahrzeugen ein Prozent weniger. Im Mai fiel der Mercedes-Absatz um sechs Prozent, was die Stuttgarter mit dem Streik in der Metallindustrie sowie den Feiertagen erklärten.

Dagegen erfreut sich Porsche des höchsten Auftragsbestands in der Unternehmensgeschichte. Laut Vorstandschef Wiedeking sieht auch die weitere Entwicklung viel versprechend aus, weil der Cayenne bereits in den Startlöchern stehe. Porsche rechnet für den Geländewagen, der im Dezember auf den Markt kommt, mit einer hohen Nachfrage. Derzeit sei das Interesse am Markt enorm, sagte Wiedeking. Dass es fast 90 000 Bestellungen für den Cayenne gebe, wie das Fachblatt auto motor und sport berichtet hatte, wollte der Porsche-Chef zwar nicht bestätigen, sagte aber, konkrete Kundenanfragen in dieser Höhe lägen vor.

Porsche war ursprünglich von einer Produktion von 25 000 Cayenne pro Jahr ausgegangen. Die neue Fabrik in Leipzig, die am 20. August eröffnet wird, ist aber für größere Kapazitäten ausgelegt. Ob der neue Supersportwagen Carrera GT auch in Leipzig oder im Stammwerk Zuffenhausen gebaut wird, sei noch nicht entschieden. Laut Wiedeking werden wegen des großen Kundeninteresses mehr als die geplanten 1000 Exemplare des bis zu 400 000 Euro teuren Renners gebaut. Noch nicht entschieden ist Wiedeking zufolge, ob Porsche an die New Yorker Börse geht. Ein entsprechendes Angebot liegt seit längerem vor. „Ich gebe zu, es hat Reize, die Frankfurter zu ärgern“, meinte Wiedeking. Porsche war 2001 im Krach mit der Frankfurter Börse aus dem Börsensegment M-Dax ausgeschlossen worden, weil sich der Sportwagenbauer weigerte, Quartalszahlen zu veröffentlichen. Über eine vierte Baureihe von Porsche wird laut Wiedeking vom Vorstand erst Mitte 2003 entschieden.

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