Wirtschaft : Porsche soll nicht mehr beliefert werden - Übernahmegerüchte beflügeln Aktie

Nach der Auseinandersetzung um Staatshilfen für die britische BMW-Tochter Rover will der BMW-Konzern den Konkurrenten Porsche nicht mehr mit Karosserieteilen beliefern. "Wir werden die Boxster-Auslieferung auslaufen lassen", sagte BMW-Chef Joachim Milberg der "Welt". Die Presswerke seien nicht ausgelastet gewesen, als man den Auftrag angenommen habe. Dies sei nun anders. Einen Zusammenhang mit dem Porsche-Einspruch gegen die Rover-Subventionen wollte BMW "weder bestätigen noch dementieren". Wendelin Wiedeking, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, nannte einen Zusammenhang mit dem Streit über die Subventionen "Nonsens".

Der Kurs der BMW-Aktie wurde am Freitag von Übernahmespekulationen beflügelt. Der BMW-Großaktionär, die Quandt-Familie, bekräftigte, es gebe keinen Grund, den Autokonzern zu verkaufen. Ein Händler der DGZ/Deka-Bank hatte gesagt, die Ford Motor Corp sei an einer Übernahme des bayerischen Automobilherstellers interessiert. Der US-Konzern habe der Quandt-Familie 50 Euro je Aktie geboten. Der BMW-Kurs legte bis zum Nachmittag 7,5 Prozent auf 27 Euro zu, nachdem er zuvor schon um bis zu zwölf Prozent gestiegen war. Eine Sprecherin der BMW AG sagte: "Wir wissen, dass die Quandt-Familie nicht verkaufen will, insbesondere auch nicht an VW oder Ford."

Die Übernahme-Gerüchte kommen nach Einschätzung von Beobachtern wegen der anhaltenden Probleme bei Rover immer wieder auf. Derzeit wartet BMW auf eine Entscheidung in Brüssel über die zugesagten Staatshilfen in Höhe von 480 Millionen Mark. Porsche hatte offiziell Einspruch bei der EU-Kommission eingelegt. Als Grund wurde Wettbewerbsverzerrung genannt. Porsche-Chef Wideking hatte sich wiederholt gegen "staatliche Stütze" für die Automobilindustrie ausgesprochen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben