Wirtschaft : Porsche: Vor dem Rauswurf

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Der Ausschluss der Porsche-Aktie aus dem M-Dax, dem Index für die wichtigsten 70 Nebenwerte an der Deutschen Börse, erscheint unausweichlich. Einen Tag vor der entscheidenden Sitzung des Arbeitskreises Aktienindizes am heutigen Dienstag bekräftigte ein Sprecher des Stuttgarter Automobilbauers, die Weigerung der Gesellschaft, in Zukunft Quartalsberichte vorzulegen. Bei der Deutschen Börse hieß es hingegen, man habe ein klares Regelwerk, von dem nicht abgewichen werde. Dieses sehe vor, dass Unternehmen, deren Titel im M-Dax notiert werden wollen, Quartalsberichte vorlegen müssen. Der M-Dax verlöre zwar mit Porsche ein Zugpferd, gibt man in Frankfurt zu, und der Börse falle eine Verbannung aus dem Index nicht leicht, doch fürchtet man einen Präzedenzfall zu schaffen, sollte Porsche eine Ausnahme genehmigt werden.

In Stuttgart sieht man den möglichen Ausschluss nach eigener Aussage gelassen. Das Unternehmen ist erst kürzlich in den international bekannteren Morgan Stanley Capital International Index (MSCI) aufgenommen worden. Zudem befinden sich sämtliche stimmberechtigten Stammaktien und rund 13 Prozent der Vorzugsaktien in Familienbesitz (siehe Lexikon). Auch Bankanalysten wollen die Situation nicht dramatisieren. Markus Mächler, Analyst bei der Credit Suisse Private Banking, billigt den Stuttgartern durchaus eine Sonderrolle zu. Die Indexabhängigkeit sei nicht so wichtig wie etwa für VW. Matthias Jörss vom Bankhaus Sal. Oppenheim argumentiert, im Vergleich zum MSCI sei der M-Dax nicht ganz so relevant. Peter Dombeck, Analyst bei der Hamburger Privatbank Berenberg, verweist schließlich darauf, dass die Diskussion schon sehr lange dauere, ein Ausschluss erwartet werde. Die Anleger müssten sich nicht darum kümmern, die fundamentale Story von Porsche sei nach wie vor sehr gut.

Neben Porsche stehen auch die Papiere von Deutz und Phoenix auf dem Prüfstand. Als mögliche Nachfolger werden Salzgitter, Beru und Gildemeister genannt.

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