Porsche-Werk wird ausgebaut : Noch ein Porsche aus Leipzig

Der Porsche-Standort Leipzig wird ausgebaut. Hinzu kommen ein Karosseriebau und eine Lackiererei. Die Produktion des neuen Geländewagens Cajun bringt 1000 neue Stellen.

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Jobfabrik. Die Mitarbeiterzahl von Porsche in Leipzig wird fast verdreifacht. Foto: dapd
Jobfabrik. Die Mitarbeiterzahl von Porsche in Leipzig wird fast verdreifacht. Foto: dapdFoto: dapd

Berlin - Neben Baden-Württemberg profiliert sich Sachsen zunehmend als Porsche-Land. Das Stuttgarter Unternehmen gab am Mittwoch bekannt, den neuen, kleinen Geländewagen Cajun in Leipzig bauen zu wollen. Das dortige Porsche- Werk mit derzeit rund 650 Beschäftigten wird nun auf gut 1600 Mitarbeiter ausgebaut. Oberbürgermeister Burkhard Junge freute sich. Die „traditionsreiche, attraktive, weltoffene Stadt ist ein internationaler Wirtschaftsplatz mit Zukunft“.

Porsche montiert bereits seit 2002 in Leipzig den Geländewagen Cayenne, dessen Karosserie aus dem VW-Werk in Bratislava stammt. Die viertürige Limousine Panamera wird seit 2009 in Leipzig gebaut. Nun wird aus Leipzig mit dem neuen Modell Cajun ein vollwertiger Produktionsstandort, weil auch ein Karosseriebau und eine Lackiererei in Leipzig gebaut werden. Dafür investiert Porsche einen „mittleren dreistelligen“ Millionenbetrag, wie es in der Zentrale in Zuffenhausen hieß. Der Cajun ist gewissermaßen der kleine Bruder des Cayenne. Mit dem Geländeauto, das auf dem Audi Q5 aufbaut, will die inzwischen zum Einflussbereich des VW-Konzerns gehörende Porsche AG ihren Umsatz in den kommenden Jahr auf bis zu 200 000 Autos/Jahr nahezu verdoppeln. Mit dem neuen „Kleinwagen“ verfügt Porsche über fünf Baureihen: 911, Boxster, Cayenne, Panamera und eben Cajun. „Als attraktives Einsteiger-Modell soll er neuen, noch jüngeren Kunden den Weg in die Porsche-Welt öffnen“, so das Kalkül der Stuttgarter. Das Auto kommt vermutlich in zwei Jahren auf den Markt.

Am Mittwoch wurde ferner bekannt, dass erneut ein Hedgefonds in den USA wegen der gescheiterten Übernahme von VW gegen Porsche klagt. Bei einem Gericht im Bundesstaat New York wurde ein Schaden von einer Milliarde Dollar geltend gemacht. Indes war bereits 2010 eine ähnliche Klage gescheitert. Der Vorwurf der Kläger: Das Porsche-Management habe die Investoren nicht über seine wahren Absichten beim Kauf von VW-Aktien informiert. Porsche habe lange bestritten, die Mehrheit an VW anzustreben. In der Tat hatte sich Porsche unter der Führung von Wendelin Wiedeking erst an VW beteiligt und dann einen immer höheren Anteil angestrebt. Wiedeking übernahm sich dann und wurde gefeuert. Und VW übernimmt Porsche.

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