Portal für Fach- und Führungskräfte : Willkommen in der Hauptstadt!

Ein neues Internetportal bietet Neu-Berlinern Service und Beratung. Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer will mithilfe der Plattform im Ringen um Personal konkurrenzfähig bleiben.

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Attraktiv. Berlin wird bei internationalen Fachkräften immer beliebter.
Attraktiv. Berlin wird bei internationalen Fachkräften immer beliebter.Foto: dpa

Ein Job in Paris? Leben in Norwegen? Samet Durgun hätte das alles haben können. Lukrative Jobangebote aus aller Welt hatte der junge Türke nach Abschluss seines Studiums in Istanbul nach eigenen Angaben reichlich – doch die Aussicht auf Arbeit allein war ihm nicht genug. Ein paar Monate tingelte Durgun mit unbestimmtem Ziel durch Europa, ohne zu wissen, wohin es ihn verschlagen würde. Und dann kam Berlin. Bei einem Besuch verliebte sich der junge Mann in Deutschlands Hauptstadt und beschloss zu bleiben. Seit knapp zwei Jahren lebt der 26-Jährige nun schon in Berlin. Einen neuen Arbeitgeber hat der junge Türke schnell gefunden: Das Spielesoftwareunternehmen Wooga beschäftigt Durgun als Marketing Manager.

Der Start in Berlin gestaltete sich schwierig

„Eigentlich will ich gar nicht mehr hier weg!“ Der junge Türke strahlt über das ganze Gesicht, wenn er von seinem neuen Zuhause spricht. Dabei war der Weg dorthin alles andere als einfach: Als er in die Stadt kam, sprach Durgun kein Deutsch und hatte von den administrativen Gepflogenheiten der Bundesrepublik von der polizeilichen Anmeldung bis hin zur Ausstellung eines Arbeitsvisums keine Ahnung. „Die Masse an Informationen im Internet war überwältigend“, sagt der Türke. „Wie soll sich da einer zurechtfinden?“

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft und Berlin Partner haben das Portal gemeinsam entwickelt

Weil es vielen Menschen so geht wie Durgun, hat die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung zusammen mit dem Standortvermarkter Berlin Partner ein Internetportal entwickelt, das fach- und Führungskräften aus aller Welt den Umzug und den Neuanfang in der Hauptstadt erleichtern soll. Auf der Plattform, die sowohl in Deutsch als auch Englisch aufzurufen ist, können sich Neu-Berliner aus aller Welt über das wirtschaftliche, kulturelle und unternehmerische Angebot der Stadt informieren. Unter www.talent-berlin.de finden die Neuankömmlinge unter anderem Informationen zum Berliner Arbeitsmarkt, zum Thema Wohnen, zu Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen und Tipps darüber, was beim Umzug in die Hauptstadt zu beachten ist. Wer noch niemanden in der Stadt kennt, bekommt auf dem Portal außerdem Links zu nationalen Stammtischen und Netzwerken.

Berlin soll im Kampf um Fachkräfte konkurrenzfähig bleiben

„Der Fachkräftemangel wird in Berlin durch die Attraktivität der Stadt und die Bereitschaft vieler Menschen, hierherzuziehen, abgefedert“, sagte Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) bei der Vorstellung des Portals am Montag. Damit das auch in Zukunft so bleibe, habe man gemeinsam mit Berlin Partner eine interaktive Plattform geschaffen, um im internationalen Wettbewerb um Fachkräfte mithalten zu können. Laut Yzer sind auf dem Berliner Arbeitsmarkt derzeit besonders Programmierer für soziale Netzwerke und urbane Technologien sowie Ingenieure besonders gefragt.

Die Plattform liefert Informationen aus einer Hand

Für Unternehmen wie Wooga, deren Mitarbeiter zu einem großen Teil nicht aus Berlin oder Deutschland sondern dem Ausland stammen, können Portale wie die neue Plattform der Senatsverwaltung für Wirtschaft nicht nur helfen, das schlechte Image der deutschen Bürokratie wettzumachen. „Es ist unbezahlbar wertvoll, eine Anlaufstelle zu haben, die all die Fragen bündelt und beantwortet, die man als Neuzugang in Berlin hat“, sagt die Personalchefin von Wooga, Gitta Blatt.

Administratoren und die Community sollen Fragen beantworten

Wer auf der Plattform nicht die gewünschten Informationen findet, kann sich an einen der vier Administratoren der Webseite wenden. Zudem erhoffen sich Wirtschaftssenatorin Yzer und Berlin Partner, dass sich unter den Nutzern des Portals eine eigene Community entwickelt, die offene Fragen beantwortet. Samet Durgun wäre glücklich gewesen, wenn es ein entsprechendes Angebot schon früher gegeben hätte: „Wer sich nicht auskennt mit der Bürokratie, geht schnell verloren.“

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