PORTRÄT : Ein Mann der Produktion

DER INSIDER

Als Norbert Reithofer (51) am 1. September 2006 den Vorstandsvorsitz bei BMW übernahm, erreichte ein Konzerninsider die Chefetage. Reithofer hat seine gesamte berufliche Karriere bei dem Münchener Autobauer verbracht. Beobachter glauben, dass der Ingenieur in 20 Jahren wesentlich dazu beigetragen hat, dass BMW in Europa zu den produktivsten und flexibelsten Herstellern zählt. Als Leiter der Werke in Rosslyn (Südafrika) und Spartanburg (USA) begleitete er den Dax-Konzern bei der Expansion ins Ausland. Zunächst im Hintergrund und ab 2000 im Vorstand, verstand sich Reithofer dabei als Produktionsexperte, weniger als Verkäufer. Als bodenständig und umgänglich beschreibt ihn seine Umgebung. Dass er sich im Marketing weniger zu Hause fühlt, bemängeln Kritiker. Reithofers Vorgänger, Ex-McKinsey-Berater Helmut Panke, bewegte sich sicherer auf der Glamour- Bühne. Eng ist Reithofers Verbindung zum heutigen Aufsichtsratschef Joachim Milberg, der BMW von 1999 bis 2002 führte: An der TU München, wo Reithofer bis 1987 wissenschaftlicher Mitarbeiter war, hat er bei Milberg promoviert.

DER INNOVATOR

Reithofer startet als BMW- Chef unspektakulär, aber effizient. Im November 2006 kündigt er an, BMW plane bis 2010 insgesamt 20 neue Modelle, vom Sport-7er bis zu weiteren 1er-Varianten. 2007 präsentiert BMW zwölf neue Modelle. Dabei zeigt sich, dass die von Reithofer beschleunigte Entwicklungsarbeit Früchte trägt: Bei emissions- und verbrauchsarmen „Efficient Dynamics“-Motoren, an denen der Hersteller seit sieben Jahren arbeitet, gilt BMW als Vorreiter. Kein anderer Premiumhersteller kann so viele „saubere“ Autos in seiner Klasse anbieten.

DER NACHZÜGLER

Hohe Renditen und Produktivität und eine frische Modellpalette reichen der Börse nicht. Die BMW-Aktie ist hinter die Konkurrenz und den Dax zurückgefallen. Es fehlte eine „Story“. Mit seiner am Donnerstag vorgestellten, neuen Strategie, will Reithofer diesen Mangel nun beheben. mot

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