Porträt : Frank Appel - ein Ziehsohn Zumwinkels

Früher als geplant ist Frank Appel bei der Deutschen Post an die Spitze gerückt. Der 46 Jahre alte Logistik-Vorstand wurde schon seit geraumer Zeit als "Kronprinz" beim Bonner Konzern gehandelt.

Appel
Frank Appel beerbt Klaus Zumwinkel. -Foto: dpa

BonnAppel verantwortete bisher im Bonner Konzern den Bereich Logistik und internationales Briefgeschäft. Er hat sich bei der Post als Mann für besondere Aufgaben viele Meriten erworben, hielt sich aber im Hintergrund. Appel gilt als analytisch-scharfer Kopf und rascher Informationsverarbeiter.

Der wegen einer Steueraffäre zurückgetretene Vorstandschef Klaus Zumwinkel hatte Appel als Nachfolger bereits schrittweise aufgebaut. Ebenso wie Zumwinkel und weitere Post-Vorständler kam Appel vom Beratungsunternehmen McKinsey. Dort entdeckte ihn auch Zumwinkel und holte ihn zur Post. Appel gilt als Manager ohne Allüren. Gerne erzählt er, dass ihm einmal ein Pförtner die Zufahrt auf den Vorstandsparkplatz verweigerte, weil er nur in einem gewöhnlichen Kombi vorfuhr.

Bereits vor knapp einem Jahr hatte Zumwinkel dem aufstrebenden Manager das wichtige Management von Regulierung und Liberalisierung übertragen. Damit habe er "sein Feld bestellt", hieß es damals aus dem Umfeld Zumwinkels.

Rascher Aufstieg

Schon nach zwei Jahren im Konzern stieg Appel schon 2002 in den Vorstand auf. Danach war er für das erfolgreiche internationale Kostensenkungsprogramm STAR verantwortlich und gibt nun auch bei der Qualitätsoffensive "First Choice" für weltweit mehr Kundenservice den Takt vor.

Die Ausbildung des 1961 geborenen Appel deutete zunächst nicht auf eine Karriere in der Wirtschaft hin. Der gebürtige Hamburger studierte Chemie in München und wurde 1993 in Neurobiologie in Zürich promoviert. Der hochgewachsene Appel hat Familie mit zwei kleineren Kindern und wohnt im beschaulichen Siebengebirge nahe Bonn. (smz/dpa)

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