Porzellan : Weitere 300 Kündigungen bei Rosenthal

Harter Einschnitt: Der insolvente Porzellanhersteller Rosenthal baut ein weiteres Viertel seiner noch verbliebenen gut 1200 Arbeitsplätze in Deutschland ab.

Speichersdorf"Im April werden rund 300 Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter der Rosenthal AG (Selb), Volker Böhm, am Donnerstag auf einer Betriebsversammlung in Speichersdorf (Landkreis Bayreuth). Eine weitere grundlegende Restrukturierung sei sowohl Voraussetzung für den Verkauf an einen strategischen Investor als auch für ein mögliches eigenständiges Überleben.

Wichtigstes Ziel ist laut Böhm nach wie vor der Verkauf des renommierten Porzellanherstellers. "Um die laufenden Kaufverhandlungen zum Abschluss zu bringen, ist es bereits zum jetzigen Zeitpunkt erforderlich, mit Restrukturierungsmaßnahmen - insbesondere im Personalbereich - zu beginnen", sagte Böhm. Die Verhandlungen seien auf einem guten Weg. "Ich rechne nach wie vor damit, dass wir in wenigen Wochen mit einem der Interessenten einig werden können und Rosenthal in neue Hände übergeht."

Keine Verluste einfahren

Wenige Tage nach der Muttergesellschaft Waterford Wedgwood hatte auch die Rosenthal AG Anfang Januar Insolvenzantrag gestellt. Ab 1. April müsse Rosenthal die Löhne wieder selbst bezahlen, begründete Böhm die neuerliche Entlassungswelle. Als Insolvenzverwalter dürfe er keine Verluste einfahren. Die bereits vor der Insolvenz eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen mit dem Abbau von ebenfalls rund 300 Arbeitsplätzen reichten nicht aus. Zudem habe Rosenthal infolge der Wirtschaftskrise in den vergangenen Monaten weitere Umsatzrückgänge erlitten.

Neben dem Wegfall von 250 Vollzeitstellen hat Böhm ein detailliertes Maßnahmenpaket zur Verschlankung der Produktion und zur Verbesserung der Produktionsabläufe eingeleitet. So sei die Palette von derzeit mehr als 6000 Produkten bereits um rund 20 Prozent reduziert worden. (mfa/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar