Positiver Trend : Arbeitnehmer sind weniger krank

Die Arbeitnehmer in Deutschland melden sich immer seltener krank. Grund sind sowohl die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes als auch eine Verjüngung der Belegschaften. Ostdeutsche und Frauen verzeichnen insgesamt den höchsten Krankenstand.

Krankenschein
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BerlinPositiver Trend: In den ersten drei Monaten 2008 sank der Krankenstand auf 3,4 Prozent - im ersten Quartal des Vorjahres waren es noch 3,7 Prozent. Entsprechende Angaben der "Welt" bestätigte das Bundesgesundheitsministerium. Nach Angaben der Zeitung entsprechen die Fehlzeiten 1,9 Arbeitstagen. Der Krankenstand des ersten Quartals schwankte in den vergangenen Jahren unter anderem abhängig von der Häufigkeit der winterlichen Grippeerkrankungen: 2006 belief er sich auf 3,6 Prozent, 2005 auf 4,3 Prozent, 2004 auf 3,4 und 2003 auf rund 3,8 Prozent. Die Werte Ostdeutschlands lagen stets etwas über denen im Westen. Das Ministerium sammelt für diese Erhebungen die Daten der gesetzlichen Krankenkassen.

Angst um Arbeitsplatzverlust

Als Hauptgründe für den mittelfristig sinkenden Krankenstand nannten die Forscher nach Angaben des Blattes die Verjüngung der Belegschaften, die anhaltende Angst um den Arbeitsplatz, die Zunahme von Teilzeitarbeit und eine bessere Gesundheitsvorsorge. Zudem sinkt der Anteil der Arbeiter in Industrie und am Bau im Vergleich zu dem der Beschäftigten mit weniger körperlichem Druck beständig. Arbeitsmarktforscher zeigten sich überrascht von der Entwicklung, da in den vergangenen Jahrzehnten die Fehlzeiten bei sinkender Arbeitslosigkeit regelmäßig angestiegen seien. Jetzt fallen sie trotz Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Doch anders als früher halte die Angst vor Jobverlust trotz Aufschwungs an, hieß es.

Die Zahlen in den einzelnen Monaten schwankten nach der Ministeriumserhebung zuletzt erheblich: von 2,4 Prozent im Januar 2008 auf 4,4 im Februar und 3,5 im März. Bei den Frauen lag der Anteil jeweils um 0,2 bis 0,4 Punkte höher.

Zuletzt hatten einzelne Krankenkassen oder Kassenarten für Aufsehen gesorgt mit Angaben über eine angebliche Trendwende bei den Krankmeldungen. So hatten die Betriebskrankenkassen gemeldet, dass erstmals seit über zehn Jahren der Krankenstand in Deutschland wieder ansteige. Als mögliche Gründe hatten sie angegeben, dass die Menschen später in Rente gingen und für viele die tägliche Arbeit immer stressiger werde. Das Bundesgesundheitsministerium hatte die Darstellung eines solchen Trends zurückgewiesen. (sba/dpa)

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