Wirtschaft : Post-Aktie: Gute Zwischenbilanz

Nach etwa zwei Dritteln der Zeichnungsfrist trifft die Post-Aktie bei den Anlegern auf reges Interesse. Es gibt zwar keine vielfache Überzeichnung, wie das bei anderen Börsengängen wie beispielsweise von Infineon im Frühjahr der Fall war. Aber angesichts des derzeit unsicheren Börsenumfelds erscheint die Resonanz auf die Emission der "Aktie Gelb" doch in einem positiven Licht. Denn Euphorie war nach der schwachen Oktober-Börse nicht zu erwarten. Am grauen Markt notierte die Post-Aktie am Donnerstag mit 20 bis 21 Euro, verglichen mit 20 bis 22 Euro Anfang der Woche. Für Privatanleger endet an diesem Freitag die Frühzeichnungsphase - wer in den Genuss des Rabatts von 0,50 Euro je Aktie kommen will, muss nun seine Order abgeben. Wer die Aktie zudem zwei Jahre hält, bekommt je 15 Stück eine Bonusaktie.

Insgesamt dauert die Zeichnungsfrist für die 278,2 Millionen Aktien bis zum 16. November, Konsortialführer der Emission sind Deutsche Bank und UBS Warburg. Die Preisspanne für das Bookbuilding beträgt 18 bis 23 Euro. Anleger können auch mit limitierten Orders zeichnen. In Börsenkreisen wird mit einem Ausgabekurs von rund 20 Euro gerechnet. Der erste Handelstag für die Aktie ist für den 20. November vorgesehen.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die für den Bund das Aktienpaket anbietet, und Banken äußerten sich positiv. Ein KfW-Sprecher bestätigte, dass das Aktien-Angebot überzeichnet sei. "Wir sind insgesamt mit der Nachfrage sehr zufrieden." Der Bund als Eigentümer, die beteiligten Banken wie auch die Post seien über die Resonanz wohl sehr erleichtert, so die Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Bei einer Anhörung bei der EU legte die Deutsche Post AG am Donnerstag ihre Sicht zu dem gegen sie gerichteten Kartellverfahren dar. Sie ist der Auffassung, dass frühere Rabatte für Groß-Versender weder Kunden noch Wettbewerbern schadeten. Vor zwei Wochen hatte sie die von Brüssel beanstandeten Rabattklauseln für Großkunden im Versandgeschäft gekündigt. Brüssel prüft, ob die Post ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht hat. Mit einer Entscheidung, bei der ein hohes Bußgeld droht, wird aber nicht mehr in diesem Jahr gerechnet.

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