Wirtschaft : Post bleibt auf Einkaufstour

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Düsseldorf - Die Deutsche Post will bei der Konsolidierung der Brief- und Logistikmärkte auch nach der Übernahme des britischen Logistikers Exel für 5,5 Milliarden Euro und der BHW für 1,8 Milliarden Euro durch die Postbank kräftig mitmischen. „Als gute Kaufleute werden wir mögliche attraktive Optionen für Übernahmen prüfen, falls sich diese im Markt ergeben“, sagte Post-Finanzvorstand Edgar Ernst am Donnerstag.

Holger Bosse, Analyst von Helaba Trust, erwartet aber „keine weiteren großen Brocken“. Denn die Post hat mit der bevorstehenden Integration von Exel, dem zähen Umbau des Expressgeschäfts von DHL in Europa und der Restrukturierung des defizitären US-Geschäfts mehr als nur eine Baustelle. Auch Ernst betonte, dass sich die Post zunächst mit der Integration der Zukäufe befassen werde. Er bestätigte die Ergebnisprognose für 2005 und kündigte eine Erhöhung der Dividende um mindestens ein Drittel auf 66 Cent je Aktie an. Das fehlende Drittel zum Ebit-Ziel (operatives Ergebnis) von 3,6 (Vorjahr 3,35) Milliarden Euro will die Post im Weihnachtsgeschäft erzielen. Der Konzerngewinn soll um mindestens 500 Millionen Euro über dem Vorjahresergebnis von 1,6 Milliarden Euro liegen.

In den ersten neun Monaten 2005 hat die Post ihren Gewinn trotz eines schwächeren nationalen Briefgeschäfts deutlich gesteigert. Der Konzerngewinn stieg um 51 Prozent auf rund 1,3 Milliarden (Vorjahr: 890 Millionen) Euro. Der Anstieg ergibt sich allerdings wesentlich aus Änderungen bei den Abschreibungen und einer niedrigeren Steuerquote. Beim gewinnstarken Briefgeschäft in der Heimat verzeichnete die Post in den ersten drei Quartalen 2005 einen Umsatzrückgang von rund fünf Prozent. Das Briefaufkommen sei um 3,8 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang sei aber durch starke Zuwächse (plus 17 Prozent) beim internationalen Briefgeschäft überkompensiert worden. dpa/ agr/HB

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