Wirtschaft : Post bleibt auf Rekordkurs

agr

Die Deutsche Post hält an ihrem Ziel fest, im Jahr 2001 neue Rekordmarken zu erreichen. "Wir werden Umsatz und Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit mindestens um jeweils fünf Prozent steigern", kündigte Post-Chef Klaus Zumwinkel an. Der Jahresüberschuss wird 2001 wegen einer planmäßig höheren Steuerquote lediglich das Niveau des Vorjahres von 1,5 Milliarden Euro erreichen. Im Jahr 2002 wird der Verlustvortrag der Post ganz aufgebraucht sein.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2001 steigerte die Post ihren Umsatz um 4,2 Prozent auf 24,9 Milliarden Euro und das betriebliche Ergebnis (Ebita) um 6,3 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro. Lediglich im Briefgeschäft verzeichnete die Post einen leichten Ergebnisrückgang, der mit höheren Personalkosten und dem Trend zu billigeren Produkten im Geschäftsfeld Direkt Marketing begründet wird. Die Zahlen lagen im Rahmen der Erwartungen der Analysten.

Trotz Terroranschlägen und konjunktureller Flaute bleibe die Post auf Wachstumskurs, sagte Zumwinkel. Energisch widersprach der Post-Chef Behauptungen, sein Unternehmen erleide erhebliche Verluste durch die zahlreichen Milzbrand-Fehlalarme. "Das nervt uns natürlich", sagte Zumwinkel. Die zusätzlichen Kosten für Betriebsunterbrechungen lägen aber bei lediglich bei etwa einer Million Euro, "eine Petitesse" für den Konzern. Beim Umsatz habe es keine Ausfälle gegeben. Zumwinkel räumte aber ein, dass die Pakettochter DHL in den USA Verluste schreibt.

Von der konjunkturellen Flaute hingegen könne die Post sogar profitieren. Firmen wollten in dieser Situation ihren Logistikbereich ausgliedern. Gleichzeitig plant die Post Firmenübernahmen. "Wenn die Asset-Preise noch ein bisschen runtergehen, wird es auch Akquisitionen geben", sagte Zumwinkel. Als reine Spekulation wies er jedoch Gerüchte über eine Übernahme des US-Paketdienstleisters Airborne zurück. Stark ausbauen will die Post ihr Engagement im Paketgeschäft mit der Tochter DHL.

Die Post AG komme auf dem Weg voran, die Abhängigkeit vom Briefsektor zu verringern, sagte Zumwinkel. Der Anteil der übrigen Unternehmensbereiche am Gewinn sei von 21 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nun 27 Prozent gestiegen. Angestrebt werde mittelfristig ein Gewinnanteil des Briefsektors von nur noch 50 Prozent. Vor der Liberalisierung im europäischen Postmarkt ist Zumwinkel nicht bange. Die jetzt von der EU beschlossene Senkung der Monopolgrenzen (siehe Lexikon, Seite 20) für Briefe auf 100 Gramm ab 2003 werde vier Prozent des Briefumsatzes zusätzlich in den Wettbewerb bringen. Das sei "kein Thema".

Keine Hinweise habe die Post darauf, dass der Bund weitere Postaktien an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) verkaufen will, sagte Zumwinkel. Doch selbst wenn Anteile bei der KfW geparkt werden sollten, würde das den Kapitalmarkt nicht berühren.

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