Wirtschaft : Post rechnet trotz Portosenkung mit Milliarden-Gewinn Vorstand will Gehälter nicht offen legen

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Köln (dpa). Der Vorstandschef der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, erwartet trotz anhaltender Konjunkturflaute und der Portosenkung für dieses Jahr wieder eine Ertragssteigerung und einen MilliardenGewinn. Die Post rechne für das Gesamtjahr 2003 mit einem operativen Betriebsergebnis (Ebita) von mindestens 2,8 Milliarden Euro, sagte Zumwinkel am Donnerstag in Köln auf der Hauptversammlung des Unternehmens. 2002 war das Ebita noch um 4,9 Prozent auf 2,42 Milliarden Euro gefallen.

Insgesamt habe sich der Konzern in schwieriger wirtschaftlicher Lage erfolgreich behauptet, sagte Zumwinkel. Davon sollten auch die Aktionäre profitieren. Sie dürfen sich für das Jahr 2002 trotz Gewinnrückgangs auf eine um drei Cent höhere Dividende von 0,40 Euro pro Aktie freuen. „Wir setzen damit ganz bewusst ein Zeichen für die Aktienkultur und unterstreichen die Solidität und Stärke unseres Konzerns“, sagte Zumwinkel. Bei viel Lob für seine Leistungen musste sich der Konzernchef in einer von Turbulenzen und Konfrontationen freien Versammlung allerdings auch moderate Kritik zu den Sparmaßnahmen anhören. Der Dachverband der Kritischen Aktionäre warf der Post-Führung und Zumwinkel eine „unsoziale Kahlschlagpolitik“ vor.

Zumwinkel ließ aber keinen Zweifel daran, dass der Kurs mit der Schließung unrentabler Filialen und dem Abhängen von Briefkästen fortgesetzt werde. Das Versorgungssystem werde weiter auf seine Wirtschaftlichkeit geprüft. Bis Ende 2004 will die Post rund 700 von 12 700 eigenen Filialen und Post-Agenturen schließen. An der gesetzlich vorgeschriebenen flächendeckenden Grundversorgung der Bürger mit postalischen Dienstleistungen werde es aber keine Abstriche geben, machte Zumwinkel klar. Das frühere Staatsunternehmen leiste bislang bei den Filialen und auch den Briefkästen mehr, als der Gesetzgeber vorschreibe.

Die individuellen Gehälter des Vorstands sollen entgegen den Vorgaben der Cromme-Kommission (Corporate Governance) nicht offen gelegt werden. 2002 habe die Vergütung des Vorstands insgesamt rund 7,4 Millionen Euro betragen, sagte Aufsichtsratschef Josef Hattig. Davon seien 48,6 Prozent leistungsabhängig gewesen. Mit den Vorstandsgehältern liege die Post im unteren Drittel der 30 Dax-Unternehmen.

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