Wirtschaft : Post wird zum weltgrößten Logistiker Konzern bietet für Exel

5,5 Milliarden Euro

Bernd Hops

Berlin - Die Deutsche Post steht vor dem größten Zukauf in ihrer Geschichte. Am Montag stellte Konzernchef Klaus Zumwinkel in London die Details zur Übernahme des britischen Logistikers Exel vor. Das Unternehmen will sich den Zukauf rund 3,7 Milliarden Pfund (etwa 5,5 Milliarden Euro) kosten lassen – in bar und eigenen Aktien – und damit zum größten Logistikanbieter weltweit aufsteigen. Zumwinkel begründete den Zukauf damit, dass sich die Post unabhängiger vom heimischen Briefmarkt machen müsse. Außerdem sei Exel „eine natürliche Ergänzung“. Zumwinkel und Exel-Chef John Allan betonten, dass Einstimmigkeit in den Führungsgremien herrsche.

Seit Jahren bereitet Zumwinkel die Post auf das Ende des Briefmonopols in Deutschland vor, das voraussichtlich 2008 fallen wird. Noch ist der heimische Briefmarkt der mit Abstand wichtigste Gewinnbringer des Konzerns. Mit der Liberalisierung dürfte die Sparte aber stark unter Druck geraten.

Deshalb hat Zumwinkel gut 100 Logistik- und Expressunternehmen gekauft – darunter DHL und Danzas. Durch den Börsengang der Postbank ist die Kasse der Post aber immer noch gut gefüllt, so dass der Konzern auch eine milliardenschwere Übernahme wie Exel ohne große Probleme stemmen kann. Der Postkonzern wird dadurch auf einen Jahresumsatz von 52 Milliarden Euro wachsen und rund eine halbe Million Menschen beschäftigen. Allerdings prüft die Ratingagentur Moody´s, die Bonitätsbewertung der Post als Folge des Milliardendeals herabzustufen.

Die Post rechnet durch den Zukauf im ersten Jahr mit einer Belastung des Ergebnisses, danach mit einem positiven Effekt. Für die Integration von Exel veranschlagt Zumwinkel zwei bis drei Jahre. Außerdem gehe es nicht um Konsolidierung einer Sparte, sondern um Expansion, sagte der Post-Chef. Exel sei vor allem in Großbritannien und den USA stark, die Post in Kontinentaleuropa und Asien. Daneben sei Exel gut in der Kontraktlogistik aufgestellt. Und genau diese integrierten Komplettlösungen würden von den Kunden immer stärker nachgefragt. Die vergrößerte Logistiksparte der Post soll vom bisherigen Exel-Chef Allan geführt werden. Die Zentrale dieses Bereichs wird in Bracknell bei London – dem Exel-Firmensitz – sein.

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