Wirtschaft : Postbank erhält eigenes Filialnetz

Christian Potthoff (HB)

Frankfurt am Main - Die Postbank wird eigenständiger. Die Bank wird ab Anfang kommenden Jahres 850 Filialen mit 9500 Beschäftigten in eigener Regierung betreiben, die bisher zum Mutterkonzern, der Deutschen Post, gehörten. Damit solle die Vertriebskraft der Bank gestärkt werden, teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag mit. Analysten interpretierten die Vereinbarung als Schritt hin zu einem möglichen Verkauf der Postbank. Diese Vermutung wies ein Postsprecher allerdings zurück: „Der heutige Tag ist kein Strategiewechsel. Die Postbank wird auch weiterhin mehrheitlich der Post gehören.“

Die Postbank hat mit rund zwölf Millionen Kunden mehr Kunden als jedes andere deutsche Kreditinstitut. Allerdings verfügte sie bisher über kein eigenes Filialnetz. Stattdessen wurden 9000 Filialen der Muttergesellschaft genutzt. Dieses Manko wird jetzt beseitigt. Die Postbank übernimmt vor allem umsatzstarke Filialen in größeren Städten. Damit ändern sich auch die Kostenstrukturen. Bisher zahlt die Postbank ihrer Muttergesellschaft ein variables Entgelt für die Nutzung der Filialen. Im vergangenen Jahr waren es 494 Millionen Euro. Die Summe hing davon ab, wie viele Bankprodukte die Postangestellten verkauften. Künftig ist es genau umgekehrt. Die Bank erhält von der Post eine Provision für den Vertrieb von Briefmarken und anderen Postprodukten in den 850 Filialen. Dafür sollen die dortigen Angestellten auf die Gehaltsliste der Bank wechseln, die damit ihre Mitarbeiterzahl verdoppelt. Die Postbank verspricht sich davon mehr Durchgriff auf ihren Vertrieb.

Außer Finanzexperten argwöhnen offenbar auch die Gewerkschaften, dass die Postbank verkauft werden könnte. Eine Verdi-Sprecherin betonte am Donnerstag, die Postbank solle im Post-Konzern verbleiben.

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