Wirtschaft : Postbank hilft Großbanken

Kooperation beim Zahlungsverkehr soll Millionenbetrag sparen

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Frankfurt (Main) (ro). Die Deutsche und die Dresdner Bank legen die Abwicklung ihres Zahlungsverkehrs in die Hände der Postbank. Darauf haben sich die drei Banken am Mittwoch geeinigt. Als Durchbruch und Signal für die notwendige Konsolidierung auf dem deutschen Bankenmarkt bezeichnen es Beteiligte – nach jahrelangen Verhandlungen und vielen Ankündigungen. Zusammen genommen wollen die drei Geldhäuser dadurch insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag einsparen. Allerdings werden voraussichtlich auch etliche Arbeitsplätze gestrichen. Für die Kunden der Banken ändert sich nichts: Ihre Konten werden weiter beim jeweiligen Institut weitergeführt. Ob sie von Einsparungen auch in Form von Gebührensenkungen profitieren, ist allerdings offen. „Das ist Sache jeder einzelnen der beteiligten Banken“, betont Deutsche BankSprecher Klaus Thoma.

Im ersten Quartal 2004 soll das Vorhaben, die Zustimmung der Behörden vorausgesetzt, unter Dach unter Fach sein. Der Sitz der neuen Postbank-Sparte ist noch offen. Vorverträge wurden am Mittwoch unterzeichnet, bis Jahresende sollen die Details ausgearbeitet sein. Basis für das Vorhaben ist das System der Postbank, über das jetzt bereits pro Tag zehn Millionen Transaktionen laufen. Künftig werden 1,7 Millionen Vorgänge von der Deutschen Bank und mindestens ebenso viele Abwicklungen der Dresdner Bank dazukommen. Betroffen sind im Wesentlichen innerdeutsche und innereuropäische Zahlungen von Privatkunden.

Postbank-Vorstandschef Wulf von Schimmelmann hatte in der Vergangenheit schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die Postbank anderen Banken bei der Abwicklung Preisangebote unter Selbstkosten machen könne. Genaue Angaben dazu und darüber, was Deutsche und Dresdner Bank zahlen, machte er nicht. Mittelfristig will die Postbank weitere Banken und Sparkassen für ihre Zahlungsverkehrssysteme gewinnen.

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