Wirtschaft : Postschwestern sollen zusammen bleiben

BONN (sm/HB).Die Deutsche Post AG steigerte ihren Gewinn aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit 1998 um rund 50 Prozent auf über 1,1 Mrd.DM.Dies erklärte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Klaus Zumwinkel, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.1997 hatte das Unternehmen als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 752 Mill.DM ausgewiesen, 30,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor.Mit der günstigen Gewinnentwicklung sei die Sanierung der Post abgeschlossen.Jetzt gehe es um die grenzüberschreitende Ausweitung des Geschäfts und um die Verbreiterung des Dienstleistungsangebots bis zur Vorfinanzierung von Rechnungen von Paketversendern durch die neue Deutsche Postbank AG.

Die günstige Ergebnisentwicklung führte Zumwinkel darauf zurück, daß man den Umsatz von 27,1 Mrd.DM 1997 erhöht, die Wertschöpfung durch neue Geschäftsfelder vertieft und die Kosten durch weiteren Personalabbau begrenzt habe.Ende 1998 seien bei der Post noch rund 250 000 Menschen beschäftigt gewesen gegenüber knapp 267 000 ein Jahr zuvor.Aufgrund der günstigen Geschäftsentwicklung könne auch der Eigentümer, der Bund, mit einer höheren Dividende als im Jahr zuvor rechnen, in dem die Post 100 Mill.DM überwiesen habe.Nach der Übernahme aller Postbank-Anteile will Zumwinkel die Postschalter mit zusätzlichen Finanzprodukten besser auslasten.

Im Herbst nächsten Jahres will die Deutsche Post AG an der Börse gehen, das Tochterunternehmen Postbank ein Jahr später.Vorrangiges Ziel bleibe es, so Zumwinkel, in allen Sparten des Konzerns schwarze Zahlen zu schreiben.Auch in der bisher hochdefizitären Paketsparte "werden wir im Jahr 2000 solide Gewinne ausweisen", kündigte Zumwinkel an.Bereits 1998 habe man das Ergebnis im Paketdienst um mehrere hundert Millionen verbessern können.

Mit Blick auf die zu Beginn des Jahres vom Bund erworbene Postbank erklärte Zumwinkel, er sei stolz darauf, daß innerhalb von vier Wochen alle wesentlichen Entscheidungen zur Übernahme der neuen Tochter vollzogen worden seien.Der Kaufvertrag sei auf nur acht Seiten geregelt, der Kaufpreis von 4,3 Mrd.DM für die Bundesanteile sei am 5.Januar aus liquiden Mitteln der Post bezahlt worden.Einschließlich der Anteile, die der Post bereits aus dem früher abgeschlossenen Schaltervertrag mit der Postbank zustünden, ergebe sich daraus ein Wert der Postbank von gut fünf Mrd.DM.Die Post werde langfristig die Mehrheit von 50 Prozent plus einer Aktie an der Postbank behalten, die übrigen Anteile aber weiterveräußern, kündigte Zumwinkel an.30 Prozent der Postbankanteile würden voraussichtlich im Jahr 2001 an die Börse gebracht.Die übrigen knapp 20 Prozent stünden zur Veräußerung an Partner bereit, die mit der Postbank gemeinsame Produkte entwickelten und diese über das Netz der Postbank und der Post an die Kunden brächten.Entsprechende Vereinbarungen hat die Postbank bereits für den Bereich Bausparen mit Wüstenrot und für Versicherungen mit dem HDI getroffen.Hinzu könne noch ein dritter Partner für den Bereich Wertpapieranlagen kommen, sagte Zumwinkel.

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