Wirtschaft : Potsdamer Ministerium soll Strompreise prüfen

Vorschlag der Veag im Preisstreit

BERLIN (dpa).Im Preisstreit mit den ostdeutschen Stadtwerken hat die Vereinigte Energiewerke AG (Veag), Berlin, die Prüfung ihrer Stromtarife durch das brandenburgische Wirtschaftsministerium angeboten.Dazu habe man sich beim Verständigungsgespräch mit der Prozeßkostengemeinschaft Strompreise Ost in Potsdam bereit erklärt, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag auf Anfrage.Das Ministerium sei dazu bereit.Eigentlich sei das Bundeskartellamt als Preisprüfungsbehörde zuständig, sagte der Sprecher.Dieses hatte die Preise schon als nicht überhöht bezeichnet.Die zusätzlich angebotene Prüfung durch das Potsdamer Ministerium ­ stellvertretend für die ostdeutschen Länder ­ gehe den Stadtwerken noch nicht weit genug.Sie verlangten praktisch eine Begutachtung des gesamten Geschäftsgebarens der Veag. Die Prozeßkostengemeinschaft, in der 28 ostdeutsche Stadtwerke vertreten sind, zeigte sich vom Potsdamer Gespräch enttäuscht.Die Veag habe nicht nachweisen können, daß ihre Strompreise in der jetzigen Höhe gerechtfertigt seien.Sie habe die Argumente nicht entkräften können, von 1990 bis 1995 einen nicht offen ausgewiesenen Bilanzgewinn von 5,4 Mrd.DM erzielt zu haben.Dies seien rund 3,6 Mrd.DM zuviel, erklärte der Sprecher der Prozeßgemeinschaft, Wolfgang Wille. Bei dem Gespräch sei auch die Einschaltung eines neutralen Sachverständigen diskutiert worden.Die Stadtwerke hätten angeboten, sich seinem Schiedsspruch zu unterwerfen.Offen geblieben sei, ob die Veag dazu bereit wäre.Ein weiteres Treffen solle am 21.Mai in Potsdam stattfinden.

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