Prämie : Vorstand will Personal für Chaos-Jahr entschädigen

Der harte Winter und die Bruchgefahr an den ICE-Achsen haben den Bahn-Beschäftigten ein arbeitsreiches Jahr 2009 beschert, meint die Konzernspitze. In Berlin dürfen sich rund 18.000 Bahner über die Prämie freuen.

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Schwarzes Jahr. 2009 war wegen vieler Pannen für Bahn-Beschäftigte hart. Nun werden sie entschädigt. -Foto: dpa

Berlin - Die 160.000 Beschäftigten der Deutschen Bahn im Inland bekommen für das vergangene Jahr eine Erfolgsbeteiligung von 300 Euro. Das hat der Staatskonzern nun mit den Arbeitnehmervertretern vereinbart. Mit diesem Betrag erkenne die Bahn die „enormen Anstrengungen ihrer Beschäftigten in 2009“ an, erklärten die Gewerkschaften Transnet und GDBA. Damit spielten sie an auf die Probleme bei der Bahn in den vergangenen Monaten. Durch das Winterwetter und die Bruchgefahr an den ICE-Achsen, die zehnmal häufiger als bislang kontrolliert werden müssen, hatte es zahlreiche Zugausfälle, Verspätungen und Mehrarbeit in den Werkstätten gegeben.

Die Bahn bestätigte die Zahlung. Sie soll den Beschäftigten mit dem Maigehalt ausgezahlt werden. Die Mitarbeiterbeteiligung ist per Tarifvertrag geregelt. Allerdings ist sie auch daran gekoppelt, dass die Bahn einen bestimmten Gewinn erzielt. Diesen Schwellenwert hat der Konzern wegen der Wirtschaftskrise nicht erreicht, fließen soll das Geld für die Beschäftigten dennoch. Dies sei „ein Beschluss des Vorstands, der die Leistung der Belegschaft würdigen soll“, hieß es aus dem Konzern. Bislang ist nur bekannt, dass die Bahn deutlich mehr als eine Milliarde Euro verdient hat. Den exakten Betrag will Konzernchef Rüdiger Grube kommende Woche bei der Bilanzpressekonferenz mitteilen.

Es sei „den Beschäftigten zu verdanken, dass der Konzern trotz Krise noch schwarze Zahlen geschrieben hat“, behaupteten Transnet-Chef Alexander Kirchner und GDBA-Tarifexperte Heinz Fuhrmann. Die 45.000 Beamten bei der Bahn sollen einen Betrag mit „vergleichbarer Nettowirkung“ erhalten, hieß es.

In Berlin kommt die Sonderzahlung rund 18.000 Beschäftigten zugute. Der größte Teil davon, also etwa 6500, arbeitet im Personenverkehr – bei der S-Bahn, in den Werkstätten, als Zugbegleiter oder als Lokführer. 3800 sind für den Bereich Infrastruktur tätig, 2700 bei der Sparte Dienstleistungen. 800 arbeiten im Sektor Transport und Logistik. Für die Konzernzentrale sowie Beteiligungen und anderes arbeiten noch einmal 4100 Menschen. 

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