Wirtschaft : Prämien gegen Billigzigaretten Vorwürfe gegen Lekkerland

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Berlin (anw). Der Großhändler LekkerlandTobaccoland (L-T) hat offenbar versucht, Einzelhändler zu bestechen, damit Billigzigaretten aus den Verkaufsregalen verschwinden. Dem „Stern“ zufolge hat das Unternehmen seinen Abnehmern jeweils 250 Euro geboten, wenn sie zwölf Monate lang alle Zigaretten, die weniger als 2,75 Euro kosten, aus dem sichtbaren Sortiment nehmen. Nur noch unter der Ladentheke sollten Billigzigaretten geführt werden dürfen. L-T wollte sich zu dem Vorwurf nicht äußern. Auf die Frage des Tagesspiegel, ob die Firma gegen den „Stern“-Bericht vorgehen wolle, sagte Sprecherin Inga Koenen jedoch: „Wir lassen das so stehen.“ Auch das Bundeskartellamt bestätigte: „Gerüchte in diese Richtung gab es schon immer.“ Die Behörde will dem Fall nun nachgehen.

L-T beliefert bundesweit 70000 Tankstellen-Shops und Kioske mit Süßwaren, Getränken und Tabakwaren. Mit seinen 5000 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen 2002 einen Umsatz von mehr als sieben Milliarden Euro. Schon seit längerem versucht L-T, Billigmarken aus den Geschäften zu verdrängen. So berät das Unternehmen seine Kunden bei der „Sortimentsgestaltung“ und bei der „Shop- und Regalplanung“, wie es auf der Internetseite der Firma heißt. Die Intention dabei ist klar: „L-T verfolgt das Ziel, die Markenzigaretten zu fördern und so zu einer Stabilisierung des Marktes beizutragen“.

Auch Marc von Eycken, Geschäftsführer des gleichnamigen Zigarettenherstellers, hat diese Entwicklung beobachtet: „Die Tendenz ist nicht neu. Natürlich hat Lekkerland ein Interesse daran, günstige Anbieter zu verdrängen.“ Die Nachfrage nach günstigen Produkten bleibe dennoch bestehen. „Der Marktmechanismus lässt sich durch solche Methoden nicht aushebeln.“

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