Wirtschaft : Präsident auf dem Markt

François Hollande will bis Ende 2013 die Wende auf dem Arbeitsmarkt schaffen.

Berlin - Frankreichs Präsident François Hollande hat 2013 zum Jahr der „großen Schlacht für Arbeit“ erklärt. Bei einem Überraschungsbesuch am frühen Donnerstagmorgen auf dem Großmarkt von Rungis bei Paris sagte der Sozialist: „Ende des Jahres 2013 müssen wir die Arbeitslosenkurve umkehren.“ Der Präsident hatte vergangene Woche eingeräumt, dass die Arbeitslosigkeit im neuen Jahr zunächst noch weiter ansteigen werde. Er bekräftigte aber sein Ziel, diesen Trend bis Ende 2013 umzukehren.

Den internationalen Großmarkt von Rungis hatte Hollandes konservativer Vorgänger, Nicolas Sarkozy, 2007 besucht. Sarkozy hatte damals gesagt, er wolle das Frankreich würdigen, „das früh aufsteht“. Hollande hob nun hervor, dass manche auch „spät aufstehen“, „das hängt vom Arbeitsrhythmus ab“. Es gebe auf jeden Fall „ein Frankreich, das arbeiten will“. Deshalb müsse der seit fast zwei Jahren andauernde Anstieg der Arbeitslosigkeit gestoppt werden. 3,132 Millionen Franzosen waren im November ohne Job. Das waren 29300 mehr als im Oktober, das war der 19. Monat mit einem Anstieg in Folge.

Fortschritte macht die Regierung hingegen beim Schuldenabbau. Binnen drei Monaten sanken die Schulden um 14,5 Milliarden Euro und machten Ende September 89,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus. Das staatliche Statistikamt Insee teilte am Donnerstag weiter mit, dass der Schuldenstand von Staat, lokalen Gebietskörperschaften und Sozialversicherung zusammen Ende Juni bei 91 Prozent des BIP gelegen habe. Der Rückgang im dritten Quartal gehe vor allem auf den Anteil des Staates zurück.

Deutsche Unternehmen mit Niederlassungen in Frankreich zeigen sich derweil immer unzufriedener: Der Anteil der Firmen, die sich 2012 zufrieden äußerten, fiel gegenüber 2010 um fünf Prozent, wie eine Umfrage der deutsch-französischen Industrie- und Handelskammer in Paris ergab. Dennoch ist nach wie vor eine Mehrheit von immerhin 73 Prozent der deutschen Unternehmen mit ihrem Geschäft in Frankreich zufrieden. 25 Prozent sind unzufrieden. Der Umfrage zufolge, an der 110 deutsche Firmen teilnahmen, schätzen fast zwei Drittel der deutschen Unternehmen das wirtschaftliche Umfeld in Frankreich als nicht sehr profitabel ein. Vergangene Woche hatte auch die US-Handelskammer in Frankreich eine Studie veröffentlicht, derzufolge die Attraktivität des Landes für US-Investoren massiv gesunken sei. AFP

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