Wirtschaft : Praktiker will Obi überholen

Baumarkt greift auch künftig über Preise an

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main - Deutschlands zweitgrößte Baumarktkette Praktiker macht Jagd auf Marktführer Obi. Beim Umsatz liege man nur noch 100 Millionen Euro hinter der Nummer eins, bei der Zahl der Filialen sei man schon vorne, sagte Praktiker-Vorstandschef Wolfgang Werner am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt am Main. Er kündigte an, dass der Baumarkt seine „preisaggressive“ Strategie fortsetzen werde. Ziel sei es, in Deutschland die Nummer eins zu werden. „Wir werden im Ausland das Expansionstempo forcieren und im Inland zusammen mit Max Bahr den Markt aufmischen“, sagte er.

Praktiker hatte den norddeutschen Konkurrenten Max Bahr im vergangenen Jahr übernommen. 2006 war auch das erste volle Geschäftsjahr für die ehemalige Metro-Baumarkttochter seit dem Börsengang im Herbst 2005.

Der Gewinn kletterte im vergangenen Jahr um 8,4 Prozent auf gut 84 Millionen Euro, der Umsatz legte um 4,2 Prozent auf 3,12 Milliarden Euro zu. Während die Dividende mit 0,45 Euro pro Aktie stabil bleibt, erhöhten sich die Bezüge des fünfköpfigen Vorstandes um mehr als 40 Prozent von 2,83 auf 4,03 Millionen Euro. Allein Vorstandschef Werner verdiente 1,24 Millionen Euro.

Hintergrund für den satten Aufschlag sei der 2006 deutlich gestiegene Unternehmenswert – der Aktienkurs war um 77 Prozent geklettert – und die Übernahme von Max Bahr, sagte Finanzchef Thomas Ghabel.

Im laufenden Jahr will Praktiker den Umsatz erstmals auf mehr als vier Milliarden Euro steigern, allein in Deutschland sollen es mehr als drei Milliarden Euro sein. Dabei sollen die 77 Baumärkte von Max Bahr rund 770 Millionen Euro beisteuern. Beim Betriebsergebnis erwartet Werner mindestens 115 Millionen Euro und damit etwa drei Millionen mehr als 2006. Etwa 20 Millionen sollen von Max Bahr kommen. Das neue Jahr sei wegen der Mehrwertsteuererhöhung aber nur schwach angelaufen.

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