Wirtschaft : Preis für Rohöl sinkt auf 16 Dollar

asi

Im Streit um die weltweite Kürzung der Ölförderung hat ein Treffen der Energieminister Russlands und Mexikos am Montag zunächst keine konkreten Ergebnisse gebracht. Die Minister hätten ihre Absicht bekundet, zur Stabilisierung der Ölpreise zusammenzuarbeiten, hieß es in einer in Moskau verbreiteten Erklärung. Über ein mögliches Einlenken Russlands bei der Forderung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) nach einer stärkeren Kürzung der Produktion wurden jedoch keine Angaben gemacht.

Mexiko hatte sich grundsätzlich bereit erklärt, die Förderung wie von der Opec gefordert um 100 000 Barrel (je 159 Liter) am Tag zu reduzieren. Russland und Norwegen als andere wichtige Ölländer außerhalb des Kartells lehnen eine weitere Kürzung dagegen ab. Die Opec will ihre Förderung von Januar an um 1,5 Millionen Barrel am Tag senken, wenn die anderen Länder ihre Produktion um insgesamt 500 000 Barrel zurückfahren. Russland hat die Produktion bisher lediglich um 30 000 Barrel am Tag oder 0,5 Prozent eingeschränkt. Vor allem, weil die Einnahmen aus dem Ölexport den russischen Staatshaushalt wesentlich speisen, weigert sich die russische Regierung zum Einlenken. Darüber hinaus erhofft sich Russland aber auch weitere Marktanteile, wenn die Opec-Länder ihre Förderung zurückfahren.

Der mexikanischen Energieminister Ernesto Rebolledo Martens und sein russischer Kollege Igor Jussufow wollen "nach der besten Variante zur Gewährleistung der Stabilität auf dem Ölmarkt zu suchen", hieß es nach dem Treffen. Am Montagabend sollte Martens nach Norwegen weiterreisen.

Der anhaltende Streit der Ölproduzenten um eine Senkung der Förderung drückt die Ölpreise weiter nach unten. Der Preis für Rohöl der Opec fiel zum Freitag auf 16,08 Dollar pro Barrel (je 159 Liter), teilte das Kartell am Montag in Wien mit. Im Schnitt der vergangenen Woche habe ein Barrel allerdings 18,43 Dollar gegenüber 17,87 Dollar eine Woche davor gekostet, berichtete die Opec. Bereits zum Donnerstag war der Preis aber auf 16,19 Dollar gefallen. Im Oktober hatte ein Barrel noch 19,64 Dollar gekostet, im vergangenen Jahr durchschnittlich 27,60 Dollar.

Wenn es zu keiner Einigung der Erdöl exportierenden Länder kommt, befürchten Experten einen längeren Preiskampf aller Marktteilnehmer. Obwohl dies zu mittelfristig sinkenden Preisen für Benzin und Heizöl führen würde, muss man davon ausgehen, dass solche Auseinandersetzungen auch zu politischen Unruhen im Nahen Osten führen könnten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben