Wirtschaft : Preisdumping: Rossmann muss zahlen

Drogeriekette hatte Shampoo zu billig verkauft

Maren Peters

Drogeriekette hatte Shampoo zu billig verkauft Berlin - Die Drogeriemarktkette Rossmann muss eine hohe Strafe zahlen, weil es Shampoos wie „Schauma“ von Schwarzkopf und andere Produkte zu billig verkauft hat. Nach eineinhalbjähriger Prüfung hat das Bundeskartellamt im Jahr 2005 insgesamt 55 Produkte ausgemacht, die Rossmann in mehr als 250 Fällen unter dem eigenen Einkaufspreis abgegeben hatte. Dafür werden jetzt Bußgelder von insgesamt 300 000 Euro fällig, teilte das Kartellamt am Donnerstag mit. Rossmann kündigte Widerstand an. „Wir werden wahrscheinlich Rechtsmittel einlegen“, sagte Rossmann-Sprecher Stephan-Thomas Klose dem Tagesspiegel.

Es ist nicht das erste Mal, dass deutsche Einzelhändler wegen Preisdumpings Ärger mit dem Kartellamt bekommen. Auch Aldi, Lidl und Wal-Mart hatten die Wettbewerbshüter abgemahnt, ebenso Deutschland größten Drogeriemarkt Schlecker, der Fotoarbeiten zu billig angeboten hatte. Aus gleichem Grund musste auch Rossmann 2003 ein Bußgeld zahlen. Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen untersagt es Händlern, Waren über einen längeren Zeitraum unter Einstandspreis zu verkaufen.

„Niedrige Preise und intensiver Preiswettbewerb sind in einer Marktwirtschaft zu begrüßen“, sagte Kartellamtschef Ulf Böge. Der systematische Verkauf unter den eigenen Einstandspreisen führe jedoch zur Verdrängung von Wettbewerbern, betonte er. Weitere Verfahren sind nach Angaben eines Kartellamtssprechers derzeit nicht anhängig.

Ein Sprecher des Deutschen Markenverbandes, der die Beschwerde gegen Rossmann eingelegt hatte, begrüßte das Urteil als „Glücksfall für die Marke“, dem Signalwirkung zukomme.

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