Wirtschaft : Preise für Medikamente aufgrund der Festbeträge gesunken

FRANKFURT (MAIN) (sil). Rund 63 Prozent aller zu Lasten der gesetzlichen Krankversicherung (GKV) verordneten Medikamente sind billiger geworden. Darauf hat gestern der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) in Frankfurt (Main) hingewiesen. Die Preise dieser sogenannten Festbetragsmedikamente, auf deren Preisgestaltung die Kassen Einfluß nehmen, seien in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres gegenüber dem Zeitraum in 1998 um 0,4 Prozent gesunken. Die übrigen Arzneimittel seien um 2,3 Prozent teurer geworden. Insgesamt ergeben sich bei den Preisen für Mittel, die zu Lasten der GKV verordnet werden, ein Plus von 0,8 Prozent.Die Krankenkassen müßten trotz Preissenkungen mit höheren Ausgaben für Arzneimittel rechnen, sagte der Vorsitzende des BPI, Hans Rüdiger Vogel. Die Ausgaben würden nicht allein von den Preisen, sondern vom Krankheitsspektrum, der Zahl der Patienten sowie vom Verschreibungsverhalten der Ärzte abhängen, denen neue und meist teurere Therapiearten zur Verfügung stünden. So lagen die Ausgaben der GKV nach Angaben des BPI für verordnete Medikamente im April 1999 mit 2,97 Mrd. DM um 9,1 Prozent und im Mai mit 2,81 Mrd. DM um 9,3 Prozent über den Vorjahreswerten. Vogel setzte sich für eine Erweiterung der bestehenden Negativliste ein, die aufführt, welche Medikamente nicht erstattet werden dürften. Der bürokratische Aufwand für eine Negativliste sei geringer, als der für die geplante Positivliste, so Vogel.Die Arzneimittelproduktion in Deutschland ist laut BPI in 1999 bereits etwas stärker gewachsen als im Vorjahr. Die Gesamtentwicklung innerhalb der Branche sei uneinheitlich. Durch Fusionen und Rationalisierungen sei es weiter zu einem Abbau von Arbeitsplätzen gekommen, die Zahl der Mitarbeiter sank um 1,2 Prozent auf 113 900.

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