Wirtschaft : Preiserhöhung ist Folge von steigender Mineralöl- und Ökosteuer

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Nicht nur steigende Sprittpreise, auch die Versicherungspflicht für 630-Mark-Jobs verteuern die Fahrtval

Die Fahrt mit Bus oder Taxi wird teurer. Das haben Repräsentanten von Taxi- und Verkehrsunternehmen angekündigt. "In sehr vielen Regionen Deutschlands denkt man an eine Tariferhöhung", sagte Hans-Günther Bartels, Vorstandsmitglied des Bundeszentralverbandes Taxi und Mietwagen, dem Tagesspiegel. Als Hauptgrund nennt er die steigenden Rohölpreise. Diese hätten dem Taxigewerbe im vergangenen Jahr um die 40 Pfennig pro Liter Diesel an Mehrkosten beschert. Über 80 Prozent der Taxifahrer tanken laut Bartels mit Diesel. Zudem beschere die Tatsache, dass 630-Mark-Jobs nun sozialversicherungspflichtig seien, dem Taxigewerbe zusätzliche Kosten. All dies, so Bartels, rechtfertige eine Tariferhöhung um bis zu zehn Prozent.

Die Berliner Taxifahrer denken vorerst allerdings nicht an eine Preiserhöhung: "Wir haben einen ganz empfindlichen Markt", sagte Wolfgang Wruck, der Vorsitzende der Berliner Taxifahrer-Innung. Falls die Mineralölpreise weiter stiegen, seien höhere Taxi-Tarife aber auch an der Spree nicht ausgeschlossen.

Nach Berechnungen des Mineralölkonzerns Esso wird ein Liter Benzin am ersten Januar 2000 um 41 Pfennig teuer sein als ein Jahr zuvor: Die Ölpreise steigen um 23 Pfennig pro Liter, zwölf Pfennig kommen durch die Mineralölsteuererhöhung hinzu, und durch die aus der Preissteigerung resultierende höhere Mehrwertsteuer werden die restlichen sechs Pfennig aufgeschlagen.

Für Adolf Müller-Hellmann, den Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), ist die höhere Steuer ein Hauptgrund dafür, dass auch die Verkehrsbetriebe an eine Fahrpreiserhöhung denken. Nach Berechnungen des VDV führt allein die Ökosteuer zu Mehrausgaben von rund 75 Millionen Mark pro Jahr. Dabei ist der öffentliche Personennahverkehr bei der Mineralölsteuer-Erhöhung noch gut gefahren: Betreiber von Bussen und Bahnen zahlen nur drei Pfennig pro Liter an den Fiskus. Dennoch wirft Müller-Hellmann der rot-grünen Regierung wegen der Mehrkosten vor, ihrer Regierungsvereinbarung zuwider zu handeln - weil diese Transportmittel eigentlich gefördert werden sollten.

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