Wirtschaft : Preiskampf bei Zigaretten

Reemtsma plant Sonderaktion

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Düsseldorf (ire/HB). Die deutsche Zigarettenindustrie steht kurz vor einem Preiskampf. Der Hersteller Reemtsma will den Packungspreis für seine Zigarettenmarke „West“ – trotz der Tabaksteuererhöhung im März – noch für einige Zeit auf dem bisherigen Niveau halten. Das sei Teil einer neuen „differenzierten Preispolitik“, teilte das Unternehmen mit. Die Industrie hatte ursprünglich parallel zur am 1. März anstehenden Steuererhöhung für Tabakwaren die Verkaufspreise für Zigaretten um 40 Cent auf 3,40 bis 3,60 Euro pro Packung anheben wollen. Dabei wollte die Industrie einmütig auch eine integrierte Preiserhöhung von 0,6 Cent pro Zigarette durchsetzen.

Doch der Zigarettenhersteller Reemtsma, der zur britischen Imperial Group gehört, hat jetzt seinen Mitbewerbern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Packungspreis für die Marke „West“ (rot) solle für einen Übergangszeitraum beibehalten werden. Erst im Mai werde der Preis für Packungen mit 18 statt bisher 19 Zigaretten auf 3,20 Euro steigen, sagte ein ReemtsmaSprecher. Gleichzeitig würden aber die Verkaufspreise für andere Reemtsma-Marken überproportional um 50 Cent pro Packung angehoben.

Diese Vorgehensweise erzürnt vor allem British American Tobacco (B.A.T.). „Das Vorhaben bringt den Markt komplett durcheinander“, sagte ein B.A.T.-Sprecher. Eine schnelle Überarbeitung seines eigenen Preisgefüges schließt der Hersteller von Marken wie HB und Lucky Strike nicht aus. Deutschlands größter Kioskbetreiber Lekkerland-Tobaccoland sieht in dem drohenden Preiskampf „eine Gefahr für den Handel“. Die nicht gerade üppige Handelsspanne komme weiter unter Druck, sagte eine Sprecherin.

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