Wirtschaft : Preiskampf belastet fairen Handel mit der Dritten Welt

Der Handel mit Waren aus der Dritten Welt kommt durch den Preiskampf im deutschen Einzelhandel stark unter Druck. Das sagte der Geschäftsführer des Kölner Vereins zur Förderung des Fairen Handels mit der Dritten Welt (Transfair), Dieter Overath. "Der Preiskrieg bei Kaffee und Tee ist für uns ein harter Schlag. Das rauscht nicht einfach so an uns vorüber." Die sinkenden Preise bei den Massenmarken ließen immer weniger Verbraucher zu den deutlich teureren Transfair-Produkten greifen. "100 Prozent der Kunden sind gegen Kinderarbeit, aber die gleichen 100 Prozent sind für Schnäppchen", sagte der Transfair-Geschäftsführer.

"Unter diesen Umständen ist das Süßwarengeschäft erfreulich", sagte Overath. Der Umsatz in dem Geschäftsbereich sei 1999 auf 14,5 Millionen Mark (7,4 Millionen Euro) gestiegen, nach 14 Millionen Mark im Jahr zuvor. Allerdings blieben Bonbons, Schokolade, Honig, Kakao und Zucker mit dem Sozialsiegel weiter nur ein kleiner Teil des gesamten Transfair-Umsatzes. Nach ersten Schätzungen werde der Gesamtumsatz deutlich hinter den Zahlen des Vorjahres zurückbleiben. Overath hofft darauf, dass die Zahlen über 100 Millionen Mark liegen werden. 1998 waren es noch 130 Millionen Mark.

Künftig wollen die Kölner nicht mehr allein mit dem Argument des fairen Handels werben: "Primärbedürfnis der Kunden ist ein tolles Produkt." So finden sich im Sortiment Schokoriegel mit dem Wachmacher Guarana oder Bonbons in den Geschmacksrichtungen Waldmeister und Thymian. Ein Riesenerfolg sei Biokaffee, der bereits einen Anteil von 30 Prozent im Handel erreicht habe. "Wir sind eben ein Stückchen besser als die kommerziellen Anbieter, nicht nur ethisch, sondern auch mit unseren Produkten", sagte Overath. Süßwaren würden indes immer bedeutender für Transfair.

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