Wirtschaft : Preiskampf in den USA drückt Ford-Gewinn

US-Autokonzern fährt in Europa zum Halbjahr tief in die Verluste

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Frankfurt (Main) / Portland (hof/je/HB). Trotz aller Sparanstrengungen und der Erneuerung der Produktpalette rutscht Ford in Europa immer tiefer in die Verlustzone.

Statt wie prognostiziert in diesem Jahr die Gewinnzone zu erreichen, hat die Europa Tochter des amerikanischen Autobauers in den ersten sechs Monaten Verluste von mehr als 770 Millionen Dollar (670 Millionen Euro) angehäuft. Der Konzern macht dafür niedrigere Nettopreise, den schwachen Markt und eine Verschiebung zu margenschwächeren Modellen verantwortlich, wiedie Ford Motor Co. am Mittwoch in Dearborn mitteilte. Allein im zweiten Quartal betrug der Verlust 525 Millionen Dollar verglichen mit einem Minus von 18 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

„Kaum jemand in der europäischen Autoindustrie wird 2003 den Profit erzielen, den er im vergangenen Jahr prognostiziert hat“, kommentierte der Vertriebs- und Marketingchef von Ford Europa, Earl Hesterberg, im „Handelsblatt“ das miserable Ergebnis des ersten Halbjahres. Ford konnte den Marktanteil in Europa zwar leicht auf neun Prozent steigern, „eigentlich wollten wir zum jetzigen Zeitpunkt aber deutlich näher an 9,5 Prozent sein. “, sagte Hesterberg. In der Konsequenz wird Ford die Produktion in Europa im dritten Quartal um 6,2 Prozent drosseln.

Hauptgrund für das schwache Ergebnis ist nach Meinung von Analysten der in Europa stark gestiegene Preisdruck: „Nur wenige Autos sind zurzeit ohne Preiszugeständnisse zu verkaufen. Selbst neue Modelle müssen schon sehr früh gestützt werden“, sagt Arndt Ellinghorst, Analyst bei der WestLB.

Überkapazitäten und die harte Preiskonkurrenz haben nicht nur in Europa auf das Ergebnis gedrückt. Insgesamt ging der Nettogewinn von Ford im zweiten Quartal 2003 gegenüber dem Vorjahr von 570 auf 417 Millionen Dollar zurück, der Fahrzeugabsatz sackte um 7,4 Prozent auf 1,72 Millionen Einheiten und der Umsatz nahm um 3,6 Prozent auf 40,67 Milliarden Dollar ab. Im reinen Autogeschäft hat der Ford-Konzern weltweit unter dem Strich kaum noch etwas verdient.

Im dritten Quartal erwartet der Konzern bedingt durch Modellwechsel und Produktionskürzungen einen leichten Verlust von 15 Cent pro Aktie, bleibt jedoch optimistisch, im Gesamtjahr die eigene Gewinnprognose von 70 Cent pro Aktie erreichen zu können. Branchenbeobachter erwarten, dass der Weltmarktführer General Motors, der heute Zahlen vorlegt, ebenfalls einen vorsichtigen Ausblick auf das dritte Quartal geben wird.

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