Wirtschaft : Preiskampf über den Wolken

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Von Martina Ohm

Europas größter Reisekonzern Preussag, mittlerweile unter dem Markenn „World of Tui“ vermarktet, will sich das Geschäft mit den Billigtickets nicht entgehen lassen. Ob Easyjet mit Go und Deutscher BA, ob Ryanair oder Buzz – in den vergangenen Monaten hat sich gezeigt, dass der Vormarsch der Billigflieger auch in Europa nicht zu stoppen ist. Deshalb steigt Preussag auch ein – und macht sich dabei die Erfahrungen des Billigfliegers Germania zu Nutze.

Dass der Preussag-Chef Frenzel lieber auf einen Dritten zurückgreift und nicht die konzerneigenen Fluggesellschaften mit neuem Konzept antreten lässt, dürfte den simplen Grund haben: nur so rechnet sich das Geschäft. Angesichts der Dominanz von Ryanair und Easyjet auf dem Markt wäre es teuer, jetzt ganz neu durchzustarten. Vor allem aber dürften die Boeing-Maschinen der Germania, die je knapp 150 Passagieren Platz bieten, den Ausschlag gegeben haben, sich mit den Berlinern zusammenzutun. Die Maschinen der anderen möglichen Kooperationspartner sind zu groß für den geplanten Billigflieger. Für Germania dagegen kommt die Zusammenarbeit mit Tui gerade recht. Ohne einen starken Verbündeten würde es für das Unternehmen womöglich bald noch schwieriger, seinen Platz am Luftfahrtmarkt zu behaupten. Ob sich die Tui aber mit ihrem Anteil von zwanzig Prozent begnügen wird, wenn das Konzept aufgeht, ist unwahrscheinlich. Eine Minderheitsbeteiligung ist für Konzerne immer nur das Eintrittsgeld. Ist die Beteiligung erfolgreich, wird sie erhöht, um die Mitspracherechte auszubauen. Und das könnte dann das Ende der Selbstständigkeit von Germania bedeuten.

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