Wirtschaft : Preiskrieg im Einzelhandel: Kartellamt prüft: Verdacht des Preisdumpings bei Aldi, Lidl und anderen

Das Bundeskartellamt hat sich in den Preiskrieg im deutschen Einzelhandel eingeschaltet. Die Behörde habe Vorermittlungen gegen die auch in Deutschland aktive US-Kette Wal-Mart sowie die deutschen Ketten Aldi, Lidl, Norma und Plus aufgenommen, sagte ein Sprecher am Dienstag in Bonn. Grund sei der Verdacht, dass die Anbieter Lebensmittel dauerhaft unter Einstandspreis, also dem Einkaufspreis abzüglich möglicher Großhandelsrabatte, verkauften und damit ihre Marktmacht gegenüber kleinen und mittleren Wettbewerbern ausnutzten. Gegen Wal-Mart wurde dem Sprecher zufolge nach einer Beschwerde bereits vor einigen Wochen eine Voruntersuchung eingeleitet. Eine Antwort des Unternehmens zu den Vorwürfen werde zurzeit ausgewertet. Bei Aldi, Lidl, Plus und Norma sei das Bundeskartellamt nun von Amts wegen tätig geworden. Sollte sich der Verdacht erhärten, kann das Kartellamt die Niedrigpreise untersagen und Bußgelder von bis zu einer Million Mark gegen jedes Unternehmen verhängen.

Die Definition des Einstandspreises erweist sich immer wieder als schwierig, weil alle Arten von Preisnachlässen wie Skonti oder pauschale Vergütungen entsprechend dem Umsatzanteil berücksichtigt werden müssen. Deshalb will das Kartellamt nach eigenem Bekunden nun einen Katalog von Auslegungsgrundsätzen erstellen. Damit solle den Unternehmen die Feststellung erleichtert werden, wann sie gegen das Kartellgesetz verstoßen. Die Tageszeitung "Die Welt" verwies im Zusammenhang mit Kartellamtsermittlungen auf eine neue Runde im Einzelhandelspreiskampf, wobei Aldi mit erneuten Preissenkungen der Niedrigpreispolitik von Wal-Mart Paroli bieten wolle.

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